Alternative Medizin für Tiere

Gründerköpfe Tina Meyer-Scheel ist auf Chiropraktik und Akupunktur für Pferd und Hund spezialisiert

Wenn das Pferd lahmt oder immer wieder Koliken hat oder den Hund das Hüftgelenk plagt, kommt Tina Meyer-Scheel zum Einsatz. Sie ist Tierärztin, hat jahrelang angestellt in Kliniken und Praxen gearbeitet und sich vor einigen Monaten mit „vetcare“, einer Praxis für Chiropraktik und Akupunktur, in Hamburg selbstständig gemacht. Ihren Hintergrund in der Schulmedizin zu haben und alternativ therapieren zu können, findet sie ideal für die Behandlung von Tieren. „Schließlich sind Cortison und Schmerzmittel keine Dauerlösung“, sagt die 38-Jährige, die 2005 in Hannover promoviert hat. In der Verbindung von Schulmedizin und Chiropraktik habe sie ihre Lücke gefunden. Gerade für Hunde böten das bislang nur wenige Therapeuten an, sagt Meyer-Scheel.

Im Jahr 2008 begann sie, Aus- und Weiterbildungen sowie Hospitanzen in alternativen Methoden zu absolvieren. Den Anstoß dazu gaben berufliche Auslandsaufenthalte. „Ich habe auch in den USA in Kliniken gearbeitet“, erzählt sie. „Dort werden Chiropraktik und Akupunktur in der Tiermedizin schon viel länger erfolgreich angewendet. Sowohl prophylaktisch, zum Beispiel bei Sportpferden, als auch in der Behandlung von Beschwerden und Krankheiten.“

Tina Meyer-Scheel, die ab 31. August Berthier heißen wird, hat sich auf Pferde und Hunde spezialisiert. „Die liegen mir einfach.“ Aber natürlich sei auch mal eine Katze unter ihren Patienten. Lahmheiten von Sport- und Freizeitpferden seien ein häufiger Grund, warum die Besitzer mit den Vierbeinern zu ihr kommen. „Ich gucke mir die Tiere in der Bewegung an und habe immer die neurologische Komponente im Hinterkopf“, erklärt die Tierärztin.

Bei der manuellen Untersuchung kann sie dann feststellen, ob Gelenke sich so bewegen, wie es sein soll. „Tun sie das nicht, hat es vielfältige Auswirkungen, sogar auf die Organe.“ So kann ein verändertes Bewegungsmuster auf die Nerven wirken und damit zum Beispiel zu Gaskoliken führen oder eine – behandelbare – Unfruchtbarkeit auslösen. Auch bei den Hunden kümmert sich Meyer-Scheel mit chiropraktischen Griffen und dem Setzen von Akupunkturnadeln sowohl um den alten Familienhund, der Mühe beim Aufstehen hat, als auch um besonders beanspruchte Tiere, die beim Hundesport oder als Schutzhund eingesetzt werden.

Ihr Start in die Selbstständigkeit ist geglückt, sagt Tina Meyer-Scheel. Einen soliden Kundenstamm habe sie sich bereits aufgebaut. Dabei seien die Empfehlungen zufriedener Tierhalter ihr wichtigster Werbekanal. Zur Gründung motiviert hat sie übrigens auch der Wunsch, Familie zu haben, erzählt die Hamburgerin. „Denn das ist schwierig mit Wochenenddiensten in der Klinik zu vereinbaren.“ Ihr zweites Kind ist gerade ein Jahr alt geworden.

Einen Coach für die Anfangszeit hat Meyer-Scheel im Freundeskreis gefunden: „Jemanden, der mich zwingt, mir Ziele zu setzen und einen Zeitplan zu machen.“ Bei der Buchhaltung unterstützt sie ihr Mann. „Doch zurzeit ist die Bürokratie noch überschaubar“, erzählt sie. „Viel wichtiger finde ich, dass man die Kundenberatung gut macht.“ Darum ist es für sie selbstverständlich, ein paar Tage nach der Behandlung bei den Besitzern anzurufen und zu fragen, wie die Therapie anschlägt. Dass sie dabei viel positives Feedback bekommt, zeige ihr, dass sie auf dem richtigen Weg sei, sagt die Tierärztin.

www.vetcare-hamburg.de