Gründerköpfe

Abschirmen gegen den Elektrosmog - er weiß, wie das geht

| Lesedauer: 3 Minuten
Andrea Pawlik

Wirtschaftsingenieur Michael Mumm hat sich auf die Themen Elektrosmog und Erdstrahlung spezialisiert. Er berät Betroffene und hält Vorträge.

Michael Mumm ist Berater und Referent. Elektrosmog, Erdstrahlung und gesundes Wasser sind seine Themen. Ihm ist klar, dass er damit bei vielen erst einmal unter Esoterik-Verdacht steht. Aber Mumm ist auch ein realistischer Wirtschaftsingenieur. „Und als Techniker konnte ich anfangs selbst nicht glauben, was ich da erlebt habe.“

Seine eigene Firma gründen wollte Mumm schon lange. Bis vor zweieinhalb Jahren fehlte ihm aber noch die zündende Idee. Er fand sie in seiner eigenen Krankengeschichte: jahrelang Rückenschmerzen, neurologische Probleme, Magenschmerzen. „Ich bin von Arzt zu Arzt gerannt, auch zu Heilpraktikern – aber keiner kam auf die Idee, dass ich elektrosensibel sein könnte.“

Ein Artikel über Elektrosmog, auf den er in einer Zeitschrift stieß, brachte ihn auf die richtige Spur. „Beim Lesen fiel mir sofort mein Computer ein, an den ich beim Arbeiten immer mein Bein gelehnt hatte“, erzählt Mumm. Er verrückte den Rechner. „Zwei Tage später waren meine neurologischen Probleme im Bein verschwunden.“

Weil ihm das damals unwahrscheinlich vorkam, stellte er den PC wieder an seinen alten Platz. „Die Probleme kamen wieder“, erinnert er sich. Nachdem er daraufhin sein Umfeld so weit wie möglich von Elektrosmog und Erdstrahlung befreit hatte, verflüchtigten sich auch seine anderen Beschwerden fast vollständig. Michael Mumm kündigte bei seinem damaligen Arbeitgeber, wo er als Vertriebsingenieur für Maschinenbau tätig war, und ließ sich bei dem Institut At Home zum Baubiologen weiterbilden.

Schlafplätze auf dem Prüfstand

Heute untersucht Mumm Schlaf- und Arbeitsplätze auf elektromagnetische Strahlung und berät Betroffene, wie sie deren Auswirkungen reduzieren. „Kopfschmerzen und Schlafstörungen sind erste Anzeichen für Elektrosensibilität“, sagt er. „Strahlung wirkt im Körper wie eine latente Vergiftung.“ Es gibt einfache Methoden, dem Smog beizukommen, wie das Bett oder den Schreibtisch umzustellen, und aufwendigere, wie zum Beispiel abschirmende Tapeten zu kleben.

Mumm unterrichtet auch an einer Heilpraktikerschule, hält Vorträge bei Selbsthilfe- und Naturschutzvereinen oder in Firmen. Er hat festgestellt, dass bislang nur inhabergeführte, kleine Unternehmen offen für das Thema sind. „Dort, wo der Chef selbst Erfahrungen mit Elektrosensibilität gemacht hat.“

Inzwischen bietet der Gründer auch Baubegleitung an, damit Architekten und Bauherren gleich von Beginn an Stromleitungen richtig legen und mögliche Erdstrahlung abschirmen können. Sein wahres Steckenpferd aber sind Workshops. „Ich vermittle gern mein Wissen.“ Seine Kunden findet er vor allem übers Netzwerken, vor Ort auf Veranstaltungen und online. Das sei für ihn das am besten funktionierende Mittel. Plakate und Flyer, mit denen er auch schon für sich geworben hat, brächten viel weniger Resonanz.

Die Konkurrenz, hat Mumm in einer Marktbeobachtung festgestellt, ist nicht sehr groß: Fünf Firmen bieten in Hamburg Beratung bei Elektrosmog an, mit zweien von ihnen arbeitet Michael Mumm zusammen. Der Kundenkreis ist allerdings auch noch nicht riesig. Doch er wächst mit dem Verständnis für das Problem, glaubt der Gründer. Immerhin sei er finanziell schon über den Berg: Anfang des Jahres habe er ein Level erreicht, mit dem sein Einkommen kalkulierbar sei.

Für die nächsten Monate plant Mumm schon weitere Vorträge, unter anderem wird er beim BUND zu Gast sein. Auch seine „Erdstrahlenspaziergänge“ will er intensivieren, die Nachfrage sei gut. Und ein Reiseportal bereitet er ebenso gerade vor – für Elektrosensible natürlich.

www.strahlungsarm-leben.de

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