Was macht eigentlich ein Solarteur

Solarteure oder Fachkräfte für Solartechnik planen und bauen regenerative Energieanlagen zur Warmwasserbereitung und zur Elektrizitätsgewinnung. Sie beraten Kunden, informieren Interessenten über technische Möglichkeiten sowie über Fördermittel. Solarteure beraten bei der Ausrichtung und Größe der Photovoltaikanlagen zur Stromgewinnung und Solarthermieanlagen zur Brauchwassererwärmung und errechnen den zu erwartenden Energieertrag. Sie bestellen beim Bau der Anlagen die vorgesehenen Bauteile und stellen die Beachtung der Vorschriften sowie den insbesondere bei größeren Anlagen erforderlichen Blitzschutz sicher. Außerdem sind diese Fachkräfte für Wartungsarbeiten und Reparaturen zuständig.

Solarteur ist kein klassischer Ausbildungsberuf. Zu den Basisberufen Heizungsbauer, Elektrotechniker oder -installateur sowie Sanitärinstallateur kommt eine Ergänzungsqualifikation, die 1997 gestartet wurde und in Vollzeit vier Monate, in Teilzeit sechs bis acht Monate dauert. Noch ist das Berufsbild Solarteur nicht staatlich anerkannt, aber es existieren ein europaweit geschützter Titel und eine Weiterbildung nach einheitlichem Konzept. Erforderlich sind handwerkliches Geschick und fundierte Physikkenntnisse. Gewerkeübergreifende Erfahrungen sind von Vorteil, ebenso das Interesse an der Verbreitung erneuerbarer Energiekonzepte und Freude an der Kundenberatung. In den Solarteurkursen werden deshalb Lernmodule zum ökologischen Marketing angeboten.

"Das ist ein sehr vielseitiger Beruf, da der Solarteur auch mit Kunden zu tun hat", sagt Jan van de Loo von Solartechnik van de Loo. Seine Mitarbeiter verbrächten 80 Prozent ihrer Arbeitszeit mit Installationen der Photovoltaikanlagen auf dem Dach. "Für diese Arbeit muß man wetterfest und schwindelfrei sein." Gefragt seien vor allem erfahrene Kräfte, die eine Anlage schnell installieren könnten.

Der Solarmarkt wird von hohen Wachstumsraten geprägt. Laut einer Studie von Greenpeace und dem Europäischen Photovoltaikverband wird die Branche bis 2009 jährlich um 29 Prozent, bis 2020 um 34 Prozent wachsen.

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