Was macht eigentlich ... ein Fashion Advisor?

Er organisiert Schmuckpartys, berät Kunden und leitet Bestellungen weiter

Ohrringe, filigrane Ketten, Armbänder, Ringe - die Frauen probieren alles mit leuchtenden Augen aus, diskutieren über jedes Schmuckstück und dessen Aussehen. Passt der Silberschmuck zum Outfit? Soll es lieber schlichter sein oder mit einem Stein? Kann man den Schmuck auch bei einer Nickel-Allergie tragen? Bianca von Horsten berät die Frauen. Die 47-Jährige hat erst im März dieses Jahres als Fashion Advisor im Bereich Modeschmuck der Firma Lia Sophia begonnen - als das Unternehmen auf dem deutschen Markt startete. Heute führt sie schon ein Team mit 50 Beraterinnen. Das Label ist in den USA sehr erfolgreich, Stars wie Shakira und Renée Zellweger tragen den Designer-Schmuck.

"Die wichtigste Aufgabe als Fashion Advisor sind die Fashion Shows, die bei Gastgebern zuhause stattfinden", sagt von Horsten. "Vormittags, nachmittags oder abends - so wie es der Beraterin und der Gastgeberin am besten gefällt." Zunächst einmal berät von Horsten die Gastgeber, wie sie die Einladung gestalten und wie viele Gäste am besten bei einer Show anwesend sein sollten.

Während der Schmuckparty selbst beantwortet Bianca von Horsten dann die Fragen der Teilnehmerinnen und erklärt die Kauf- und Garantiebedingungen. "Man braucht keine spezielle Ausbildung, um als Fashion Advisor neben- oder hauptberuflich tätig zu sein", sagt sie. "Interesse und Spaß am Umgang mit anderen Menschen, ein freundliches Auftreten reichen aus, um erfolgreich zu starten."

Für Antje Hellmann war dennoch ihre langjährige Erfahrung im Einzelhandel hilfreich. Im Direktvertrieb begann die 46-Jährige vor zehn Jahren zunächst für ein anderes Unternehmen, als ihre Kinder drei und zehn Jahre alt waren. "Ich war im März dieses Jahres die erste Beraterin für Lia Sophia auf dem deutschen Markt", sagt Hellmann.

Da das Modeschmucklabel neu in Deutschland ist, sehen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt gut aus. "Jeder ab 18 Jahren kann sich mit diesen Produkten selbstständig machen. Der Job macht viel Spaß, außerdem wird der, der viel arbeitet auch sehr gut bezahlt."

Vor allem für Frauen, die Familie und Job verbinden wollen, bietet der Direktvertrieb gute Chancen. Sie können zuhause arbeiten und sich ihre Arbeitszeit frei einteilen, sagt der Experte für Marketing und Vertrieb Prof. Michael Zacharias von der Fachhochschule Worms. Bekannte Erfolgsmodelle sind Avon und Tupperware. "Voraussetzung ist jedoch, dass die Produkte attraktiv sind und die Firma seriös arbeitet." Dies treffe dann zu, wenn die Berater nicht verpflichtet sind, Ware zu kaufen. "Die Jobchancen im Direktvertrieb sind in Deutschland sehr gut und wachsen stetig - auch weltweit. Vor allem der Gesundheits- und Wellness-Sektor mit Nahrungsergänzungsmitteln ist ein wachsender Markt", sagt Zacharias.

Die Vorteile wie auch die täglichen Herausforderungen des Jobs liegen in der Selbstständigkeit. "Mir gibt kein Chef meine Arbeitsaufgaben und Zeiten vor. Ich muss mich jedoch ständig selbst disziplinieren, täglich mindestens eine Stunde Kunden, Gastgeberinnen und neue Kolleginnen zu kontaktieren - so wächst mein Geschäft", sagt von Horsten. Wer zweimal die Woche eine Schmuckparty hält, könne zwischen 500 und 1000 Euro pro Monat dazuverdienen. "Aus diesen Shows erhalte ich die Kontakte für neue Kunden, neue Gastgeber und neue Berater."