Erfahrung im Ausland

Reger Austausch zwischen Hamburg und Shanghai

HAW schickt Technik- und Maschinenbau-Studenten zum Praktikum nach China

"Man erweitert seinen Horizont gewaltig, wenn man für einige Zeit in so einer fremden Stadt wie Shanghai arbeitet", sagt Reinhard Völler, 59, Professor für Informatik an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW). Zwei Studenten der Fachbereiche Maschinenbau, Elektrotechnik und der Wirtschaftswissenschaften vermittelt er jährlich ein Praktikum in der aufstrebenden Wirtschaftsmetropole, "aber auch die Übrigen profitieren von unseren zahlreichen Kontakten, wenn sie sich auf eigene Faust einen Praktikumsplatz in China suchen".

Als Begründer der Kooperation zwischen der HAW und der University of Shanghai for Science and Technology engagiert sich Völler seit Jahren für den Austausch von deutschen und chinesischen Studierenden. Ein von ihm gegründetes College, an dem chinesische Studenten einen deutsch-chinesischen Bachelorabschluss erwerben können, ist der Kern seines Vorzeigeprojektes. "Unser Ziel ist es, mit diesem weltweit einzigartigen Modell deutschen Bildungsstandard auch in China zu gewährleisten." Auch der deutschen Wirtschaft kommt dies zugute, denn die Absolventen arbeiten nach dem Studium meistens in einem deutsch-chinesischen Gemeinschaftsunternehmen. Dass der Unterricht am College zu 30 Prozent von deutschen Professoren der HAW gehalten wird, ist für Völler ein Pluspunkt - auch für die Hamburger Studenten. Sie profitieren indirekt von der Erfahrung der Kollegen, auch von der asiatischen Gelassenheit. Das Programm soll so weit ausgebaut werden, dass die Hamburger Studenten in Zukunft für ein Semester oder ein Jahr in Shanghai studieren können. Aber: Bisher werden 70 Prozent der Vorlesungen auf Chinesisch gehalten.