Buch der Woche

Werkbuch Mobbing

Inhalt: +++++

Das Thema Mobbing wird in Deutschland seit ziemlich genau 20 Jahren diskutiert. Seit 1996 steht der Begriff bereits im Duden und gehört damit offiziell zum deutschen Wortschatz. Der Sammelband "Werkbuch Mobbing" zieht Bilanz. Mit 26 Beiträgen von 30 Autoren beleuchtet er das Thema aus verschiedenen Perspektiven und schildert erfolgreiche Initiativen und Lösungsansätze aus der Praxis.

Das statistische Zahlenmaterial der zentralen MobbingLine NRW liefert eine empirische Grundlage. Die ehemalige Justizministerin Herta Däubler-Gmelin erläutert, warum es in Deutschland anders als in anderen europäischen Ländern kein Anti-Mobbing-Gesetz gibt. Starken praktischen Bezug gewinnt das Buch durch die konkrete Darstellung verschiedener Projekte aus Wirtschaft und Verwaltung. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Frage, wie Juristen und Therapeuten Mobbingopfer professionell unterstützen können. Abschließend richtet das Buch den Blick über die Grenzen Deutschlands und berichtet vom Umgang mit dem Thema in Österreich, Schweden, Japan.

Präsentation: +++++

Die wirklich große Anzahl von 30 Autoren für ein 300-Seiten-Buch unter einen redaktionellen Hut zu bringen ist den Herausgebern ausgesprochen gut gelungen. Alle Beiträge sind ordentlich lektoriert und strukturiert. Der Titel "Werkbuch" trifft zu. Neben einer aktuellen Bestandsaufnahme enthält es sehr praktisch orientierte Handlungsanleitungen für Personal- und Betriebsräte und alle, die sich mit Mobbing-Prävention und -Bekämpfung befassen.

Praxiswert: ++++-

Mobbing ist ein ernst zu nehmendes Problem. Denn wenn gemobbt wird, gibt es nur Verlierer. Neben dem menschlichen Leid entsteht aus ungelösten Konflikten auch ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden. Führungskräfte spielen in etwa 70 Prozent der dokumentierten Mobbing-Fälle eine Rolle. Andererseits verbessern die Manager, die eine einschlägige Sensibilisierung und Schulung durchlaufen haben, fast ausnahmslos ihre Führungsperformance.

"Werkbuch Mobbing. Offensive Methoden gegen psychische Gewalt am Arbeitsplatz" von Martin Wolmerath und Axel Esser. Bund-Verlag, 310 Seiten, 29,90 Euro