Serie, Teil 2: Ich werde ... Mediengestalterin

Sie macht Magazine schick

Foto: Michael Rauhe

Bilder und Texte zu einem Gesamtwerk zusammenfügen - das ist die Aufgabe von Jana Herbst.

Hamburg. "Ich bin jedes Mal wieder davon begeistert, wenn ich sehe, was man grafisch alles mit Fotos und Text anstellen kann", schwärmt Jana Herbst. Die Augen leuchten, wenn die junge Frau von ihrem Job erzählt. Besonders gern erinnert sie sich an ihren ersten Auftrag: Die Mitarbeit an einem Lifestylemagazin. "Und dann das Endprodukt in den Händen zu halten, zu dem man selbst etwas beigetragen hat - das ist schon ein tolles Gefühl."

Die Anforderungen an die angehende Mediengestalterin im Bereich Digital und Print sind anspruchsvoll. Genau das gefällt der 23-Jährigen aber auch an ihrem Job bei der Hamburger Multimediaagentur Speedpool. Seit 2007 absolviert sie in dem 27-köpfigen Unternehmen ihre Ausbildung.

Mediengestalter sind für das Aussehen von Medienprodukten verantwortlich. Sie gestalten zum Beispiel Kataloge, Firmenbroschüren, Verpackungen, Zeitungen oder auch Websites, CD-ROMs, E-Books und Computerspiele. Sie wählen Schriften und Farben aus, bearbeiten Bilder, binden Diagramme und Texte ein. Sie begleiten ihr Produkt bis zur Veröffentlichung - in einem Print- oder digitalen Medium.

Jana Herbst hat fast ausgelernt und bei Speedpool alle wichtigen Abteilungen durchlaufen, die eine Mediengestalterin mit Fachrichtung Gestaltung und Technik für ihr späteres Berufsleben kennen muss. "Von der Entwicklung einer Visitenkarte bis hin zur Gestaltung eines Hochhausplakats - all das muss ich können", erklärt die Auszubildende. Wichtig für ihre Arbeit sind Kreativität bei der Gestaltung, ein Auge fürs Detail und gute Kenntnisse in der Bildbearbeitung. Genau deshalb fühlt sich Jana Herbst in ihrem Job zu Hause: "Ich bin kreativ, arbeite sehr akribisch und ordentlich und bin motiviert, Projekte erfolgreich umzusetzen", sagt die gebürtige Sächsin. Der Beginn der Ausbildung war für die 23-Jährige im doppelten Sinne ein Sprung ins kalte Wasser. Nur für den Job zog Jana nach Hamburg - ein neues Zuhause, in dem sie sich auch erst einmal zurechtfinden musste.

Aufgrund des breit gefächerten Angebots ihrer Agentur ist Jana Herbsts Ausbildung sehr abwechslungsreich: Sie erlebt zum Beispiel hautnah mit, wie Pressearbeit für große Unternehmen gemacht wird, Websites gestaltet werden und lernt auch Video-Schnitt kennen. "Aufgrund der rasanten Entwicklung der Technik wandeln sich auch die Aufgabenfelder für einen Mediengestalter permanent", sagt Janas Ausbilderin Carina Chowanek, die selbst vor zehn Jahren eine Ausbildung in diesem Bereich absolviert hat. "Deshalb sollten die Azubis auch vielseitig eingesetzt werden." Am liebsten ist Jana Herbst jedoch gestalterisch tätig. Dabei arbeitet sie auch gern eng mit Redakteuren in der Agentur zusammen, die für das Texten der Inhalte zuständig sind. "Bei gemeinsamen Projekten sind die Übergänge zwischen den Abteilungen fließend, und wenn Jana eine bessere Überschrift für eine Reportage im Sinn hat, dann nehmen wir auch gerne ihre Idee an", sagt Janas Chef Stefan Pajung, Leiter der Grafikabteilung. Er rät allen jungen Menschen, die im Mediengeschäft arbeiten wollen, zunächst einige Praktika zu absolvieren. "Der Ansatz 'etwas mit Medien' machen zu wollen, ist zu ungenau", sagt Pajung. "Man muss herausfinden, was man wirklich will - nur dann hat man eine Chance."

Jana Herbst wusste das genau. Damit überzeugte sie ihre heutigen Vorgesetzten schon im Bewerbungsgespräch. Mediengestalterin ist ihr Traumberuf. "Ich wusste bereits nach den ersten Probetagen, dass ich mich hier wohlfühlen würde."

Lesen Sie am nächsten Wochenende: Teil 3 - "Ich werde ... Optikerin". Imke Baade lernt bei Optik Weser.