Perspektiven

Was macht eigentlich ein Baumpfleger?

Hamburg. Baumpfleger arbeiten in schwindelerregender Höhe. Sie klettern in bis zu 35 Meter hohe Baumkronen, um dort tote, kranke, absterbende, sich kreuzende oder reibende Äste zu entfernen und so den Baum zu erhalten. Sogenannte Kronensicherungen verhindern, dass Baumteile ausbrechen und herabstürzen.

"Um diesen Beruf auszuüben, sollte man körperlich sehr fit, mutig und teamfähig sein. Wir sind meistens zu zweit unterwegs, da muss man sich aufeinander verlassen können", sagt Baumpfleger Dirk Ebhardt, Mitinhaber der Firma Biotop. Mit 46 Jahren gehört er zu den Älteren unter den Kollegen. "Das Baumklettern fasziniert viele junge Leute, über motivierten Nachwuchs können wir uns nicht beklagen."

Die meisten Baumpfleger sind Gärtner, Forstwirte oder Garten- und Landschaftsbauer, die sich zum lizenzierten Baumpfleger fortgebildet haben. Ebhardt selbst ist Diplom-Biologe. Für ihn bedeutet Baumpflege in erster Linie, die Gesundheit der Bäume zu fördern. Es fällt ihm schwer, zur Säge zu greifen, wenn ein Baum zum Beispiel aus Gründen der Verkehrssicherung gefällt werden muss.

Um einen Baum zu beschneiden, klettern die Pfleger ohne schweres Gerät direkt hinein. Sie sind durch Gurt und Seile gesichert, können sich aber dennoch im gesamten Kronenbereich auch schwer zugänglicher Bäume bewegen. Baumpfleger können so auch den Wuchs und die Statik des Baumes beurteilen. Besteht die Gefahr, dass beim nächsten Sturm ein Ast abreißen könnte, bauen die Baumpfleger Sicherungen aus Kunststoffseilen ein. Sie sollen das himmelwärts strebende Laub- und Nadelgewächs unterstützen und die Stabilität sichern.

Außer Kronenpflege, Jungbaum-Erziehungsschnitten, Wurzelschutzarbeiten und Fällungen übernehmen Baumpfleger auch Maßnahmen zur Bodenverbesserung und erstellen Baumgutachten. Ebenso werden sie gerufen, wenn etwa ein Baum von einem Auto angefahren wurde. Wenn es dem Baum nicht gelingt, sich aus eigener Kraft zu regenerieren, greifen Ebhardt und seine Kollegen ein. Dann behandeln sie den Baum mit heilenden Tinkturen und kleben die beschädigte Stelle mit Folien ab, sodass sich neue Rinde bilden kann.

Der Beruf stammt aus England. In den 50er-Jahren kam die "Baumchirurgie" dann nach Deutschland.