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Was macht eigentlich ein CAPA-Manager?

Sabine Lieglein ist CAPA-Managerin im Healthcare-Bereich von Philips. CAPA steht für "Corrective and Preventive Actions" - das heißt, es geht um korrigierende und präventive Maßnahmen. Die 33-Jährige ist dafür zuständig, möglichen Ursachen für Qualitätsmängel auf den Grund zu gehen, Lösungen dafür zu finden und Verbesserungen für Arbeitsabläufe, Produkte oder Herstellungsverfahren einzuleiten. Nicht selten kommt Sabine Lieglein aber auch als "Feuerwehrfrau" zum Einsatz - wenn es brennt, wenn also akute Probleme auftauchen.

Lieglein hat an der Fachhochschule Furtwangen Medical Engineering studiert. Nach ersten Berufserfahrungen, unter anderem bei Carl Zeiss, zog es sie in die Medizintechnik zurück. Am Philips-Standort Böblingen kümmert sie sich derzeit um Fehler, die im Produktionsprozess für Patientenüberwachungsmonitore auftreten können. "Ich arbeite grundsätzlich in interdisziplinären Teams und komme dadurch mit fast allen Bereichen im Unternehmen zusammen", erklärt die CAPA-Managerin. "Das macht meine Aufgabe sehr spannend und abwechslungsreich."

Um Probleme zu lösen, sind analytisches Verständnis und häufig auch ein langer Atem vonnöten. Immerhin kann es bis zu einem halben Jahr dauern, bis eine probate Lösung gefunden ist. "Wenn ein Problem dann aus der Welt geschafft ist, ist das ein tolles Gefühl", sagt Sabine Lieglein. Auf dem Weg dahin muss sie konsequent den Überblick behalten und meistens auch viel Überzeugungskraft an den Tag legen. "Veränderungen sind manchmal schwer durchzusetzen. Man muss lernen, die Leute für sich zu gewinnen", hat sie festgestellt.

Fast alle Firmen, die ein professionelles Qualitätsmanagement-System haben, beschäftigen CAPA-Manager. Das können Vertriebsunternehmen, Unternehmen im sozialen Bereich oder Krankenhäuser sein. Zurzeit suchen vor allem Unternehmen aus dem medizinischen und pharmazeutischen Bereich CAPA-Manager. "Das liegt daran, dass die gesetzlichen Anforderungen in unserem Bereich extrem hoch sind. Außerdem existieren viele Standards und Guidelines für die einzelnen Gerätegruppen", erklärt die Diplom-Ingenieurin, die zunehmend auch einiges an Zeit in die schriftliche Dokumentation investieren muss. Aber das gehört eben auch zum Job der versierten Problemlöserin.