Was macht eigentlich ein . . .

Gymnastiklehrer

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Manuela Keil

Neben modernen Geräten wie Steps und Staby gehören Step-Aerobic, Hip-Hop und laute Musik zum Job der Gymnastiklehrkraft. "Das sind pädagogisch ausgebildete Dienstleister im Gesundheitswesen. Sie sind weder Krankengymnasten noch schwarz gekleidete Frauen mit Dutt und Tamburin, wie oft fälschlicherweise angenommen wird", stellt Karin Braatz vom Braka Sportinstitut klar. Sie leitet das Pinneberger Institut zusammen mit Raimund Kasten und bildet staatlich geprüfte Gymnastiklehrer mit dem Schwerpunkt Therapeutische Gymnastik aus. An anderen Schulen werden andere Schwerpunkte gesetzt: in Kiel ein tänzerisch-sportlicher und in Berlin ein leichtathletisch-turnerischer. Die dreijährige Vollzeitausbildung in Pinneberg mit sportlichen, pädagogischen, sportmedizinischen und sporttheoretischen Inhalten basiert auf den beiden Säulen Prävention und Therapie. Dazu gehören zum einen theoretische Kenntnisse in Anatomie, Geriatrie und Psychologie. Im praktischen Teil geht es um Gymnastik mit und ohne Gerät, Schwimmen, Tanz und Ballsportarten - bevorzugt Volleyball. Das Pinneberger Lehrteam besteht aus zwölf Personen - Gymnastik-, Sport- und Tanzlehrern, Psychologen und Physiotherapeuten. Gymnastiklehrer benötigt man überall dort, wo Bewegung zur Verbesserung der Lebensqualität eingesetzt wird: in Sportstudios, Sportvereinen, Volkshochschulen, Reha-Einrichtungen, Kurkliniken, Hotels, Wellnessanlagen, Seniorenanlagen, Kindertagesstätten oder in Betrieben als Personaltrainer. "Das Spektrum an beruflichen Möglichkeiten ist sehr groß", sagt Braatz. "Einige unserer Schüler arbeiten auch auf Kreuzfahrtschiffen."

Ganz wichtig für den Job sei es, Sportbegeisterung zu vermitteln und selbst gern Sport zu betreiben. Außerdem muss man mit Menschen jeden Alters umgehen können und braucht viel Einfühlungsvermögen. Braatz: "Wir haben bei uns eine Kindergarten- und eine Seniorengruppe, also Schüler zwischen drei und 90 Jahren." Im Gegensatz zum Krankengymnasten arbeitet der Gymnastiklehrer mit Gruppen. "In diesem Beruf wird viel Flexibilität und Einsatz verlangt, außerdem muss man sich gut verkaufen können - gerade als Selbstständiger." Der therapeutische Schwerpunkt bietet gute Weiterbildungsmöglichkeiten, beispielsweise zum Sport- und Bewegungstherapeuten.

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