Hafen

Hamburg und Tschechien verhandeln über Flächentausch

Ein abgeblättertes Schild steht auf dem Gelände des ehemaligen „Tschechenhafens“ auf dem Kleinen Grasbrook im Hamburger Hafen.

Ein abgeblättertes Schild steht auf dem Gelände des ehemaligen „Tschechenhafens“ auf dem Kleinen Grasbrook im Hamburger Hafen.

Foto: Christian Charisius / dpa

Der 1929 geschlossene Pachtvertrag läuft in sechs Jahren aus. Die tschechische Regierung würde nun gern eine andere Hafenfläche mieten.

Hamburg. Der Hamburger Senat und die tschechische Regierung sprechen erneut über einen Tausch der von Tschechien gepachteten Hafenflächen auf dem Kleinen Grasbrook. „Im Moment werden Verhandlungen mit der Stadt Hamburg über einen Gebietstausch geführt“, sagte Jan Bukovský, Sprecher der tschechischen Wasserstraßendirektion (RVC), die für die Verwaltung der Hamburger Flächen verantwortlich ist, der Deutschen Presse-Agentur. Solche Gespräche hatte es bereits mehrfach gegeben, bislang ohne Ergebnis.

Tschechien würde Saale- und Moldauhafen gern an die Stadt zurückgeben und stattdessen ein Gebiet von ungefähr gleicher Größe im Hafengebiet für Seeschiffe mieten, sagte Bukovský. „Daran besteht unter tschechischen Firmen ein großes Interesse, was von der aktuellen geopolitischen Situation noch befördert wird.“

Tschechien will Fläche im Hafen tauschen – Hamburg gesprächsbereit

Die Regierung der damaligen Tschechoslowakischen Republik (CSR) hatte 1929 mit der Stadt Hamburg einen Pachtvertrag für rund 28.000 Quadratmeter Fläche am Saale- und Moldauhafen geschlossen, der noch bis 2028 gilt.

Hintergrund ist eine Vereinbarung im Friedensvertrag von Versailles, der das Deutsche Reich verpflichtete, der Tschechoslowakei Zugang zum Meer zu garantieren. Nach dem Zerfall des Ostblocks verloren die Hafenanlagen in Hamburg für die tschechische Binnenschifffahrt an Bedeutung. Heute werden sie anderweitig genutzt.

Hamburg will die Flächen nach Auslaufen des Pachtvertrages im Rahmen der „städtebaulichen Funktionsplanung Grasbrook“ nutzen, wie Ullrich Kerz von der Hamburg Port Authority der dpa sagte. Zu einem Tausch sei man bereit. „Das Angebot der Freien und Hansestadt Hamburg, der Tschechischen Republik eine adäquate Ersatzmietfläche über das Jahr 2028 hinaus zur Verfügung zu stellen, besteht unverändert.“

( dpa/lno )