Hamburger Hafen

Erfolg nach Streik? Neues Gespräch um Hafenarbeiter-Löhne

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Hafenarbeiter in Hamburg verdienen teilweise überdurchschnittlich gut. (Symbolbild) Ver.di kämpft derzeit für höhere Löhne.

Hafenarbeiter in Hamburg verdienen teilweise überdurchschnittlich gut. (Symbolbild) Ver.di kämpft derzeit für höhere Löhne.

Foto: Marcelo Hernandez / Funke Foto Services

Offenbar kommt Bewegung in den Tarifkonflikt an den Deutschen Seehäfen: Ver.di und und der ZDS sprechen am Montag miteinander.

Hamburg. In den Tarifkonflikt um die Entlohnung der Hafenarbeiter an Deutschlands Seehäfen kommt Bewegung. Die Gewerkschaft Ver.di und der Zentralverband deutscher Seehafenbetriebe (ZDS) wollen sich am Montag zu einem weiteren Gespräch treffen, wie beide Parteien unabhängig voneinander bestätigten. Einen Ort und eine genaue Uhrzeit nannten beide zunächst nicht. Auch zu möglichen Inhalten äußerten sie sich nicht.

„Wir sind natürlich offen für Gespräche, wollen den Gesprächsinhalten (...) aber nicht vorgreifen“, hieß es beim ZDS. Ver.di erklärte mit Blick auf mögliche Inhalte, man wolle den Verhandlungsverlauf am Montag abwarten.

Hamburger Hafen: Warnstreik bei der Abfertigung

Am vergangenen Donnerstag hatten Hafenarbeiter mit Beginn der Frühschicht mit einem 24-stündigen Warnstreik die Abfertigung von Container- und Frachtschiffen in Deutschlands großen Nordseehäfen weitgehend lahmgelegt. Betroffen waren die Häfen Hamburg, Emden, Bremen, Bremerhaven, Brake und Wilhelmshaven. Es war der zweite Warnstreik innerhalb von drei Wochen. Zuvor gab es bei den Hafenarbeitern viele Jahre lang keine Arbeitsniederlegungen.

Nach dem Warnstreik war zunächst unklar, wie es weitergehen könnte in der Tarifauseinandersetzung für die rund 12.000 Beschäftigten in den 58 tarifgebundenen Betrieben in Hamburg, Niedersachsen und Bremen. Ver.di verlangte eine fünfte Verhandlungsrunde, der ZDS wollte dagegen ein Vermittlungsverfahren starten, hat sein Angebot zuletzt als „final“ bezeichnet.

Ver.di will Inflationsausgleich für Hafenarbeiter

Im Kern geht es bei dem Streit um den Inflationsausgleich. Bei den klassischen Entgeltverhandlungen liegen Ver.di und der ZDS nicht mehr so weit auseinander. Ver.di fordert bei einer Tariflaufzeit von zwölf Monaten eine Erhöhung der Stundenlöhne um 1,20 Euro sowie in Vollcontainerbetrieben eine Erhöhung der jährlichen Zulage um 1200 Euro. Der ZDS akzeptiert bei einer Tariflaufzeit von 18 Monaten eine Anhebung der Stundenlöhne um 1,20 Euro – im Autoumschlag um 90 Cent – und ist auch mit der Anhebung der Zulage um 1200 Euro einverstanden.

Als Inflationsausgleich bietet der ZDS in Vollcontainer-Betrieben eine Einmalzahlung von 1000 Euro und in konventionellen Betrieben von 500 Euro an – was der Gewerkschaft Ver.di zu wenig ist. Im Mai lag die Inflation in Deutschland bei 7,9 Prozent.

( dpa )