Hamburger Hafen

Arbeiter lehnen Überstunden ab – Stau bleibt bestehen

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Martin Kopp
Stau im Hafen: Bald gibt es nicht mehr genügend Platz für die Container (Symbolbild).

Stau im Hafen: Bald gibt es nicht mehr genügend Platz für die Container (Symbolbild).

Foto: Michael Rauhe / FUNKE Foto Services

Seit Pandemie-Beginn hat der Hamburger Hafen Probleme mit der Containerabfertigung. Eine Besserung der Situation ist nicht in Sicht.

Hamburg. Der Stau der Containerschiffe vor dem Hamburger Hafen wird sich nicht so schnell auflösen. Die Beschäftigten der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) haben einen Vorschlag des Vorstands zur Vergütung von Mehrarbeit zur Reduzierung der Warteschlange abgelehnt. Das wurde bei einer Betriebsversammlung deutlich.

Wie berichtet, warten derzeit zehn Schiffe in der Deutschen Bucht auf einen freien Liegeplatz am Burchardkai der HHLA. Zur Abarbeitung fehlen etwa 800 zusätzliche Arbeitsschichten. Der Vorstand wollte den Beschäftigten freie Tage abkaufen und Überstunden mit Pauschalbeträgen abgelten. Die Arbeitnehmervertreter lehnten ab.

Stau im Hafen führt zu Platzproblemen

Sie sagen, der Vorstand solle zusätzliche Hafenarbeiter einstellen, wenn er mehr Arbeit im Umschlagsbetrieb fordere – und zwar unbefristet. Aus Gewerkschaftskreisen hieß es, die Forderung der Geschäftsführung wirke paradox angesichts der sonstigen Bestrebungen der HHLA, Arbeitskräfte an den Kais abzubauen und die Automatisierung zu steigern. Ein Sprecher der HHLA sagte am Dienstag, die Verhandlungen über eine Mehrarbeit würden fortgeführt.

Am Vortag hatten bereits die Spediteure die Situation im Hamburger Hafen beklagt. Aufgrund der langen Schiffsverspätungen und der Verzögerungen bei deren Abfertigung sei die Disposition der Container nicht mehr planbar. Dieses Problem hätten auch andere europäische Häfen, in Hamburg sei die Situation aber besonders schlimm, weil es hier kaum mehr freie Flächen zur Zwischenlagerung der Boxen gebe.

Situation verschlechtert sich zunehmend

Der Hamburger Hafen kämpft wie alle großen Häfen seit Beginn der Corona-Pandemie mit gestörten Lieferketten und völlig außer Takt geratenen Schifffahrtslinien. Bisher konnten die Umschlagbetriebe die Verzögerungen auffangen. Doch seit einigen Wochen verschlechtert sich die Situation, weil ein Liegeplatz ausfiel und Hafenarbeiter coronabedingt fehlten.