Tourismuskonzept

Eckernförde bootet Kreuzfahrtschiffe von 2022 an aus

Der Hafen und die Altstadt von Eckernförde bei Nacht.

Der Hafen und die Altstadt von Eckernförde bei Nacht.

Foto: imago/Westend61

Erster Ostseehafen verbietet Anläufe. Schon im kommenden Jahr wird wohl kein Kreuzfahrer mehr vor Anker gehen.

Eckernförde.  „Charmante Geschäfte, historische Altstadt, lebendiger Hafen und ein wunderschöner Strand – die perfekten Aussichten für einen tollen Aufenthalt im Ostseebad.“ So lockt das Eckernförder Stadtmarketing Schiffstouristen in das Ostseebad. „Die Kreuzfahrtgäste werden per Tenderboot in den Stadthafen und somit ins Zentrum der Stadt gefahren“, heißt es in dem Werbetext weiter. „Und da gibt’s dann gleich eine maritime Begrüßung: Am Museumssteg stehen ein Shantychor und die Tourist-Information bereit.“

Doch die maritime Begrüßung ist passé. Eckernförde ist der erste Ostseehafen, der Kreuzfahrttouristen rauswirft. Die Ratsversammlung der Stadt hat beschlossen, dass „von 2022 an keine Anläufe mehr stattfinden“ sollen. Begründung: Solche Anläufe passten weder zu den Klimaschutzzielen der Stadt noch zum Tourismuskonzept.

Antrag hat einen längeren Vorlauf

Der Antrag hat einen längeren Vorlauf. Seit 2015 wird Eckernförde einigermaßen regelmäßig von Kreuzfahrtschiffen angelaufen. Doch bei einer Befragung der Bürger im Jahr 2018 kam diese Art von Tourismus nicht so gut weg. Das Stimmungsbild war Teil des neuen Tourismuskonzepts, das vor gut einem Jahr verabschiedet wurde und seitdem gilt. Und in diesem Konzept heißt es unter anderem: „Mehr als 90 Prozent der Befragten meinen, dass es durch den Tourismus vergrößerte Verkehrsprobleme (Parkplatzsituation/Staubildung) gibt. Knapp 60 Prozent geben an, dass durch den Tourismus in Eckernförde vieles teurer wird und die Preise steigen.“

Besonders kritisch wurden in diesem Stimmungsbild die Kreuzfahrtgäste gesehen. „Die Bewahrung der guten Luft und der Wasserqualität, allgemein die Nachhaltigkeit in der Stadt, spielt hier ebenso eine Rolle wie die zeitweise als überfüllt wahrgenommenen Straßen nach der Ankunft eines Schiffes“, heißt es in dem Konzept.

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Da ist die Ausbootung der Kreuzfahrer nur konsequent. Von 2022 an soll sie gelten. Aber schon im kommenden Jahr wird wohl kein Kreuzfahrer mehr in Eckernförde vor Anker gehen. Denn in dem aktuellen Antrag heißt es auch, dass die Absage der Anläufe 2021 rechtlich geprüft werden soll.