Stuttgart/Meißen (dpa/tmn). Mit den sechs Richtigen plus Superzahl Millionen gewinnen - viele haben ihn, den Traum vom Lotto-Glück. Hier sind sechs Strategien, wie sich die Chancen darauf erhöhen lassen.

Wer hat ihn nicht, den Traum vom großen Jackpot? Wer zu den Glückspilzen zählt und beim Lotto die richtigen Ziffern auf dem Spielschein angekreuzt hat, ist mit einem Schlag alle finanziellen Sorgen los. Das klingt verlockend und animiert Woche für Woche Millionen von Menschen in Deutschland dazu, einen ausgefüllten Spielschein abzugeben.

Doch die Chancen, beim Lotto tatsächlich richtig dick abzusahnen und in die Liga der Millionärinnen und Millionäre aufzusteigen, ist erschreckend gering: „Die Gewinnwahrscheinlichkeit für einen Jackpot liegt gerade mal bei 1 zu 140 000 000“, sagt der Stuttgarter Mathematiker Prof. Christian Hesse. Begeisterte Lottospielerinnen und -spieler hält das nicht davon ab, ihr Glück trotzdem zu versuchen. Können sie ihre Chancen wenigstens ein bisschen verbessern?

„Den einen Tipp an sich gibt es nicht“, stellt der Meißener Mathematiker Norbert Herrmann klar. Schließlich ist Lotto nicht mehr als ein Glücksspiel, die Lottotrommel nur eine Maschine. Sie verfährt nicht etwa nach dem Motto „Oh, diese und jene Zahlen wurden lange nicht gezogen, jetzt sind sie mal an der Reihe“. Insofern sind Woche für Woche alle Ziffern von 1 bis 49 gleich wahrscheinlich.

Und doch gibt es Dinge, die Lotto-Fans beim Ausfüllen ihres Spielscheins berücksichtigen können, um ihre Chancen zu erhöhen. Und sei es nur, damit die getippten Zahlen nicht auch jeder dritte andere Spieler gewählt hat. So muss man den Jackpot im Erfolgsfall nicht teilen.

1. Keine Daten tippen

Viele gehen zum Beispiel mit den Daten von Geburtstagen ihrer Liebsten oder dem eigenen Hochzeitstag ins Rennen. Ein Fehler. „Denn auf solche Zahlen setzen sehr viele“, sagt Christian Hesse. Konkret sind das die Zahlen 1 bis 12 (für die zwölf Monate) sowie die Zahlen 1 bis 31 (für die Tage eines Monats). Von Vorteil kann es aber sein, auch Zahlen zwischen 31 und 49 zu nehmen. „Im Idealfall beträgt die Summe der getippten Zahlen mindestens 164“, so Hesse. Damit vermeiden Lotto-Fans Kollisionen mit 80 Prozent der Datumstipper.

2. Muster vermeiden

Alle Zahlen, die angekreuzt in einem der Spielfelder etwa ein Kreuz, eine Diagonale oder einen Buchstaben wie beispielsweise ein „U“ ergeben, sollte man beim Ausfüllen des Scheins tunlichst nicht ankreuzen. „Denn auch das machen viele“, sagt Norbert Herrmann. Sollten die Zahlen tatsächlich gezogen werden, dürfte die Gewinnquote auch hier - wegen der großen Zahl an Gewinnerinnen und Gewinnern - eher niedrig sein.

3. Nicht auf Zahlenkombinationen setzen

Kreuzen Sie in einem Spielfeld keine Kombinationen an, die einer gewissen Logik folgen - also etwa 6-12-18-24-30-36. „Solche Kombinationen sind beliebt und führen, weil viele darauf setzen, nicht zu dem gewünschten Geldsegen“, sagt Mathematiker Hesse. Ebenfalls wenig glücklich ist es, die Zahlen 1-2-3-4-5-6 anzukreuzen. Am 10. April 1999 haben 30 000 Leute bei ihrem Lottoschein auf die Ziffern 2-3-4-5-6 gesetzt und damit gerade mal knapp 200 Euro gewonnen.

4. Nicht die Gewinnzahlen der letzten Ziehung nehmen

Wer glaubt, dass die bei der letzten Ziehung gezogenen Zahlen Glücksbringer für die anstehende Ziehung sind, irrt. „Dass diese Ziffern erneut gewinnen, ist extrem unwahrscheinlich“, erklärt Herrmann. Auch häufig gezogene Zahlen am besten meiden. Sie erhöhen zwar die Gewinnchancen, aber die Ausbeute ist - weil viele auf häufig gezogene Zahlen setzen - vergleichsweise niedrig.

5. Die „Vier-Systemzahlen-Methode“ anwenden

Hesse erläutert das Vorgehen so: Sie brauchen 23 Lottofelder und vier Zahlen nach Ihrer Wahl, die kein erkennbares Muster haben. Kreuzen Sie diese vier Systemzahlen in allen 23 Feldern an. Als fünfte und sechste Zahl kommen in Feld eins die Zahlen 1 und 2, im nächsten Feld 3 und 4, im darauffolgenden Feld die 5 und 6 und so weiter hinzu. „Im Feld 23 kann nun die zweite hinzugefügte Ziffer eine beliebige der 45 nicht als Systemzahl verwendete Zahl sein“, so Hesse.

Die vier gewählten Systemzahlen müssen Sie beim Hochzählen überspringen - schließlich ist es ja nicht möglich, sie zweimal anzukreuzen. Sollte es nun dazu kommen, dass bei der Ziehung Ihre vier Systemzahlen zu den Gewinnern gehören, dann haben Sie 22 Mal vier Richtige und einmal wenigstens fünf Richtige.

6. Nach dem „Prinzip Zufall“ ankreuzen

Das „Prinzip Zufall“ erklärt Norbert Herrmann so: Machen Sie 49 Zettel und schreiben Sie auf jeden einzelnen Zettel eine Zahl. Werfen Sie nun die Zettel in eine Schale oder in einen Hut, schütteln Sie alles kräftig durch und kippen dann den Inhalt auf den Boden. Ihr Partner oder Ihre Partnerin beziehungsweise Ihre Kinder sammeln nun sieben Zettel (sechs Ziffern plus Superzahl) auf und überreichen Ihnen diese. Mit diesen Zahlen füllen Sie nun ein Spielfeld aus.

Ergibt die Zahlenkombination ein Muster, dann ist das ein Ausschlusskriterium und alle Zettel kommen erneut in die Schale oder den Hut und werden noch einmal zufällig vom Boden aufgehoben. Zusätzlich sollten Sie darauf achten, dass die Zahlen in der Summe mindestens wieder 164 ergeben.