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Roboter legt für Comdirect-Kunden 200 Millionen Euro an

Arno Walter ist seit März 2015 Vorstands­vorsitzender 
von Comdirect

Arno Walter ist seit März 2015 Vorstands­vorsitzender von Comdirect

Foto: Marcelo Hernandez

Quickborner Direktbank weitet digitale Angebote aus. Abfrage von Börsenkursen mit Sprachsteuerung. Erträge steigen.

Quickborn.  Die Quickborner Direktbank Comdirect baut ihre digitalen Dienstleistungen aus: Von sofort an stehe eine „innovative Chat-Überweisung“ per App zur Verfügung, teilt die Commerzbank-Tochter mit. Damit funktionierten Überweisungen „so einfach und schnell wie das Senden einer Textnachricht“, heißt es.

Auch beim Thema Sprachsteuerung gehe Comdirect als Branchenpionier weiter voran: Pünktlich zum gerade erfolgten Marktstart des Lautsprechers Echo Spot von Amazon habe man eine Funktion entwickelt, die eine Abfrage von Börsenkursen in Echtzeit mittels des Sprachassistenten Alexa ermöglicht.

Gelanlage in Zeiten von Niedrigzinsen

Noch im ersten Quartal 2018 soll die Comdirect Akademie, eine Lernplattform rund um das Thema Wertpapiere, starten. Dabei werde Finanzwissen „einfach und spielerisch über interaktive Elemente und Videos vermittelt“, wie es heißt. „In Zeiten von Niedrigzinsen ist es für die Menschen umso wichtiger, sich mit der Geldanlage in Wertpapieren auseinanderzusetzen“, sagt Comdirect-Chef Arno Walter.

Über den neuen Anlageroboter Cominves­t haben Kunden seit dem Marktstart im Mai 2017 nach Angaben des Unternehmens bisher mehr als 200 Millionen Euro investiert.

Insgesamt erhöhte sich das betreute Kundenvermögen in der Gruppe im Geschäftsjahr 2017 um 15,6 Milliarden auf 91,4 Milliarden Euro, die Kundenzahl kletterte um 221.000 auf 3,34 Millionen. Dabei war auf den Zukauf des Online-Brokers Onvista Bank per 3. April 2017 ein Zuwachs des betreuten Vermögens um 3,0 Milliarden Euro sowie um 102.000 Kunden zurückzuführen.

Die Anzahl der Wertpapiertrans­aktionen im Privatkundengeschäft nahm um 21 Prozent auf 17,2 Millionen sogenannte Trades zu. „Trotz geringer Marktvolatilität ist die Anzahl unserer Trades auf Rekordlevel“, so Walter. „Grund hierfür ist das Wachstum unserer Kundenzahl. Auch der Erwerb von Onvista hat unser dynamisches Wachstum noch einmal beschleunigt.“

Die Gesamterträge lagen bei 379,4 Millionen Euro (Vorjahr: 381,6 Millionen Euro). Hauptertragsquelle war der Provisionsüberschuss, der mit 251,9 Millionen Euro den Vorjahreswert (215,4 Millionen Euro) um 17 Prozent übertraf und damit einen Höchstwert markierte. Das anhaltende Nullzinsumfeld führte zu einem Rückgang des Zinsüberschusses nach Risikovorsorge um 20 Prozent auf 95,6 Millionen Euro.

In der Gruppe erzielte Comdirect ein Vorsteuerergebnis in Höhe von 94,9 Millionen Euro; im Vorjahr hatte der Bruttogewinn zwar 120,7 Millionen Euro erreicht, diese Zahl enthielt aber einen Sonderertrag von rund 41 Millionen Euro aus dem Verkauf von Anteilen am Kreditkartenanbieter Visa.

„In einem nach wie vor herausfordernden Marktumfeld hat Comdirect ein gutes Ergebnis erzielt“, erklärte Walter. „Basis für das gute Ergebnis ist unser starkes Wachstum.“ Der Dividendenvorschlag an die Hauptversammlung liegt wie im Vorjahr bei 25 Cent pro Aktie. Der verbleibende Teil des Nachsteuerergebnisses von 71,5 Millionen Euro soll in die Gewinnrücklagen eingestellt und für die Stärkung der Eigen­kapitalbasis mit Blick auf weiteres Wachstum genutzt werden.