Insolvenzen

In den USA schlittert die 143. Bank in die Pleite

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Für die Regionalbanken in den USA ist 2010 bisher ein düsteres Jahr. Jedes zehnte US-Geldinstitut gilt durch die Krise als gefährdet.

Washington. Freitagabend an der Wall Street. Es herrscht Feierstimmung. Die Aktien notieren bei Kursen wie vor dem einschneidenden Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers vor zwei Jahren; die Boni für dieses Jahr sind dank fetter Gewinne gesichert.

Freitagabend im kalifornischen Westminster. Es herrscht Katastrophenstimmung. Gerade hat die First Vietnamese American Bank für immer ihre Pforten geschlossen.

Niemals zuvor sind mehr US-Banken pleitegegangen: Die First Vietnamese mit nur einer einzigen Filiale ist bereits das 143. Kreditinstitut, das in diesem Jahr hat aufgeben müssen. Die gleichen schlimmen Szenen spielten sich am Ende der Woche bei der Pierce Commercial Bank aus dem US-Bundesstaat Washington, bei der Western Commercial Bank aus Kalifornien und der K Bank aus Maryland ab.

Für die Regionalbanken in den USA ist 2010 ein düsteres Jahr. Während in Deutschland ein regelrechter Wirtschaftsboom eingesetzt hat und die Arbeitslosigkeit deutlich zurückgegangen ist, warten die Amerikaner noch auf einen spürbaren Aufschwung. Die Arbeitslosenquote verharrt bei für die USA historisch hohen 9,6 Prozent. Viele Menschen können deshalb ihre Schulden nicht zurückzahlen - das Geld fehlt den Banken zum Überleben.

Die kleinen und mittelgroßen Kreditinstitute trifft es besonders hart. Denn kaum ein Geldgeber ist bereit, im Notfall rettend in die Bresche zu springen. Bereits im Krisenjahr 2009 waren 140 Regionalbanken pleitegegangen. Branchenriesen wie die Citigroup oder die Bank of America überlebten indes mit milliardenschweren Hilfen der US- Regierung.

Von den ganz Großen gingen lediglich die Investmentbank Lehman Brothers und die Sparkasse Washington Mutual unter, weil sie sich am Häusermarkt verzockt hatten. Dank des hochriskanten Investmentbankings scheffeln die Wall-Street-Institute heute schon wieder Milliardengewinne.

Dagegen schrieb jede fünfte US-Bank zuletzt Verluste. Die Einlagensicherung FDIC, die das Ersparte der Kunden bei einem Bankrott rettet, führte 829 Geldhäuser auf ihrer Problemliste. Damit istgut jede zehnte Bank in den Vereinigten Staaten gefährdet, als nächste umzukippen.