Skimming

Tausende Kunden werden an Geldautomaten abgezockt

Geschätzte 60 Millionen Euro erbeuteten Kriminelle 2010 an manipulierten Geldautomaten. 300.000 Karten wurden vorsorglich ausgetauscht.

Berlin. Die Zahl der Datenangriffe auf Geldautomaten ist im vergangenen Jahr kräftig gestiegen. Das sogenannte Skimming, das Erforschen der Geheimnummern und der Kartendaten, nahm von 2058 auf 3183 Fälle zu, wie der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke, mitteilte. Das waren 55 Prozent mehr als im Vorjahr.

Allerdings habe es Mehrfachattacken auf einzelne Automaten gegeben, so dass 1765 Geräte betroffen gewesen seien, 83 Prozent mehr als im Vorjahr, als 964 Geräte angegriffen worden seien. Den Schaden durch den Einsatz gefälschter Karten schätzte das BKA auf 60 Millionen Euro, nach 40 Millionen im Vorjahr.

Exakte Zahlen zur Zahl der betroffenen Karteninhaber lägen nicht vor. Doch vorsorglich gesperrt worden seien über 300.000 Karten von Sparkassen und Banken. Insbesondere Automaten in Bahnhöfen oder Fußgängerzonen würden mehrfach manipuliert, oft nur für wenige Stunden.

Am einfachsten sei es, mit der zweiten Hand die Tastatur abzudecken, wenn man die PIN eingebe, um sich so zu schützen, sagte Hans-Werner Niklasch, Geschäftsführer der Euro-Kartensysteme.

Im zweiten Halbjahr 2010 sei die Zahl der Attacken zurückgegangen, weil eine bundesweit vertretende Bank mehrere hundert Automaten älterer Bauart ausgetauscht habe, die besonders anfällig für Attacken gewesen seien, fügte Ziercke an. Der Name der Bank wurde ausdrücklich nicht genannt.

Häufig installierten die Täter versteckte Mini-Kameras oberhalb der Tastatur, zum Beispiel auch in Sichtschutzblenden. Oder die Täter setzten Tastatur-Attrappen ein, die unmittelbar auf der Originaltastatur angebracht werden. Weiterhin würden Kameras auch in Attrappen von Rauchmeldern installiert.

Der Anteil der Manipulationen an Türöffnern sei jedoch zurückgegangen von 13 auf zwei Prozent, weil die Türöffner sicherheitstechnisch aufgerüstet oder abgeschaltet worden seien.