Wohnung

Mieten sinken in mehreren Städten – aber nicht in Hamburg

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In der HafenCity in Hamburg sind die Mieten für Wohnungen bereits vergleichsweise hoch. Ob sie hier auch in Zukunft noch steigen werden?

In der HafenCity in Hamburg sind die Mieten für Wohnungen bereits vergleichsweise hoch. Ob sie hier auch in Zukunft noch steigen werden?

Foto: Michael Rauhe / FUNKE Foto Services

Die Nachfrage nach Wohnungen geht zurück. Doch das Wohnen hat sich in Hamburg vor allem aus einem Grund erneut verteuert.

Hamburg. Für die Hamburger hat sich auch im vierten Quartal 2022 das Wohnen verteuert. In drei der sieben großen Metropolen Deutschlands sinken die Mieten bei Neuvermietung zwar, aber Hamburg gehört nicht zu diesen Städten. Nach Stuttgart (plus 2,4 Prozent) verzeichnet die Hansestadt den zweithöchsten Anstieg unter den Top-7-Metropolen.

So stieg die Angebotsmiete für eine 70 Quadratmeter große Zwei-Zimmer-Wohnung aus dem Bestand im vierten Quartal 2022 gegenüber dem dritten Quartal um 0,7 Prozent auf 12,86 Euro je Quadratmeter (kalt). Das geht aus dem neuen Wohnbarometer des Immobilienportals ImmoScout24 hervor.

Wohnung in Hamburg für 900 Euro Nettokaltmiete

Die Nettokaltmiete für die Referenzwohnung beläuft sich damit auf rund 900 Euro. Wer einen Neubau bevorzugt, der musste im vierten Quartal bei Neuanmietung 0,2 Prozent mehr zahlen. Die Durchschnittsmiete liegt bei knapp 15 Euro je Quadratmeter. Die höchsten Mieten müssen unverändert in München bezahlt werden. Dort kostet die 70 Quadratmeter große Wohnung aus dem Bestand. 1243 Euro, während Berlin mit rund 800 Euro der günstigste Wohnstandort unter den sieben Metropolen ist.

Allerdings spielen die Nebenkosten eine immer größere Rolle beim Mietbudget. Der Anteil der Nebenkosten an der Gesamtmiete liegt bei mittlerweile 18,3 Prozent. Zu Jahresbeginn betrug dieser noch 16,8 Prozent. Das entspricht einer Verteuerung von 19 Prozent. Diese Gesamtentwicklung der Kosten bremst die Preisanstiege bei den Kaltmieten im vierten Quartal und wirkt sich auch auf die Nachfrage aus.

Wohnungen: Weiter hohe Nachfrage in Hamburg

In fünf der sieben Metropolen geht die Nachfrage nach Bestandsmietwohnungen wegen steigender Energiekosten deutlich zurück. Die sinkende Nachfrage zeigt sich auch in Hamburg. Im vierten Quartal lagen die von dem Immobilienportal gemessenen wöchentlichen Anfragen pro Inserat bei 56. Im dritten Quartal betrug der Wert noch bei 64.

Hamburg verzeichnet damit noch eine hohe Nachfrage. In Stuttgart, und Frankfurt am Main liegen die wöchentlichen Anfragen unter 30. Die höchste Nachfrage nach Mietwohnungen gibt es in Berlin mit wöchentlich 139 Anfragen pro Inserat.

Wohnung: Mieten fallen in anderen Metropolen

Die Mietrückgänge für Bestandswohnungen fallen in Köln mit minus 2,5 Prozent am größten aus. Im vierten Quartal liegt der angebotene Mietpreis für Kölner Wohnungen durchschnittlich bei 11,69 Euro pro Quadratmeter. Düsseldorf verzeichnet einen Rückgang von 1,8 Prozent und Berlin von 0,3 Prozent.

„Der Nachfragedruck lässt im Bereich Bestandsmietwohnungen kurzfristig nach. Das ist nur ein kleiner Trost, da die Nachfrage in den Metropolen dennoch auf einem sehr hohen Niveau bleibt“, sagt Gesa Crockford, Geschäftsführerin von ImmoScout24.

„Die Einwohnerzahl Deutschlands wächst. Der Neubau wird dem Bedarf nicht gerecht und auch die Bundesregierung kann ihre Neubauziele nicht halten. Wenn die Politik nicht bald wirkungsvoll das Problem angeht, spitzt sich Situation am Mietmarkt weiter zu.“

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