Start-up

Pioniere der Bambus-Zahnbürsten insolvent

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Da gab es noch Grund zu lachen: Wanja Weskott, Gründer von Wasserneutral, in der Firmenzentrale in Hamm (Archivfoto).

Da gab es noch Grund zu lachen: Wanja Weskott, Gründer von Wasserneutral, in der Firmenzentrale in Hamm (Archivfoto).

Foto: Roland Magunia

Start-up Wasserneutral stellt den Betrieb ein. Wie es mit den Zahnbürsten weitergeht, könnte sich im Oktober rausstellen.

Hamburg.  Die Gerüchte über wirtschaftliche Probleme kursieren schon seit einiger Zeit, jetzt ist es bestätigt: Das Start-up Wasserneutral ist insolvent. Am Montag hat das Amtsgericht Hamburg das Insolvenzverfahren eröffnet. Bekanntestes Produkt der 2013 gegründeten Firma war die Hydrophil-Zahnbürste aus Bambus, mit der die Hamburger Pioniere im deutschsprachigen Raum unterwegs waren. Als Insolvenzverwalter wurde Dietmar Penzlin, Fachanwalt für Insolvenz- und Sanierungsrecht und Partner der Kanzlei Schmidt-Jortzig, Petersen, Penzlin, eingesetzt. In den vergangenen Wochen hatte er noch mit der Geschäftsführung versucht, einen Investor zu finden, um den Betrieb weiterzuführen. Das war nicht gelungen. Betroffen sind 20 Beschäftigte, die jetzt ihre Kündigungen erhalten.

Internetseite ist abgeschaltet, aber es gibt einen Hinweis

„Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind für die Unternehmenskrise mitursächlich gewesen“, sagte Penzlin auf Anfrage des Abendblatts. Weitere Angaben machte der Insolvenzverwalter nicht und verwies auf das nicht-öffentliche Verfahren.

Die Internetseite von Wasserneutral ist seit Dienstagnachmittag abgeschaltet. „Wir freuen uns auf deinen Besuch ab dem 17.10.2022“, heißt es dort. Was das bedeutet, ist unklar. Wasserneutral-Geschäftsführer Wanja Weskott, der das Unternehmen gemeinsam mit Christoph Laudon gegründet hatte, wollte sich nicht äußern.

Markt für Bambus-Zahnbürsten wird enger

Wasserneutral war in den vergangenen Jahren stark gewachsen und hatte das Sortiment deutlich ausgebaut. Neben den Bambus-Zahnbürsten waren Zahnpasta, Seife und Wattestäbchen im Angebot – insgesamt etwa 50 Produkte unter verschiedenen Markennamen.

Parallel drängen seit einiger Zeit auch große Kosmetikkonzerne mit nachhaltigen Produkten in den Markt und bieten wie etwa Colgate-Palmolive Bambus-Zahnbürsten zu niedrigeren Preisen an. Im vergangenen Jahr war Hydrophil zudem mit schlechten Ökotest-Bewertungen für Zahnpasta und Zahnputztabletten aufgefallen.

( mik )

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