Hafen Hamburg

Hafenarbeiter-Streit: Auf dieser Forderung beharrt Ver.di

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Vor der achten Verhandlungsrunde bekräftigt Ver.di seine Forderung im Tarifkonflikt. Bereits drei Mal hatten die Hafenarbeiter die Arbeit bei Warnstreiks niederlegt.

Vor der achten Verhandlungsrunde bekräftigt Ver.di seine Forderung im Tarifkonflikt. Bereits drei Mal hatten die Hafenarbeiter die Arbeit bei Warnstreiks niederlegt.

Foto: Marcus Brandt / dpa

Im Konflikt mit den Arbeitgebern stellt die Gewerkschaft vor der achten Verhandlungsrunde ihre Ansprüche erneut klar.

Hamburg. Im Tarifkonflikt in den Nordseehäfen, der im Hafen Hamburg bereits zu drei Warnstreiks der Hafenarbeiter geführt hat, beharrt die Gewerkschaft Ver.di angesichts der hohen Inflation auf einer Sicherung der Reallöhne für alle Beschäftigten. „Das ist nach wie vor das, was wir wollen“, sagte Ver.di-Verhandlungsführerin Maya Schwiegershausen-Güth der Deutschen Presse-Agentur.

„Ein Inflationsausgleich ist wichtig für alle Kollegen, insbesondere für die niedrigeren Lohngruppen, wo das einfach nochmal einen deutlichen Unterschied macht, wenn sie für die Energie jetzt 38 Prozent mehr zahlen müssen oder knapp 13 Prozent für Nahrungsmittel.“

Hafen Hamburg: Bereits drei Warnstreiks der Hafenarbeiter

Ver.di und der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) haben in bislang sieben Verhandlungsrunden vergeblich gerungen, um einen neuen Tarifvertrag für die rund 12 000 betroffenen Beschäftigten zu schließen.

Begleitet waren die Verhandlungen von drei Warnstreiks, mit denen Ver.di zuletzt die Abfertigung von Schiffen für 48 Stunden lahmgelegt hatte. Für Mittwoch (27. Juli) sowie den 10. und 22. August wurden neue Gesprächstermine vereinbart. Bis dahin sind nach einem vor dem Arbeitsgericht Hamburg geschlossenen Vergleich weitere Warnstreiks ausgeschlossen.

Ver.di fordert "Reallohnsicherung für alle Beschäftigten"

Der Konflikt dreht sich aus Sicht der Gewerkschaft vor allem darum, ihre Forderung nach Ausgleich der Teuerung mit einer zuletzt von Arbeitgeberseite ins Spiel gebrachten Laufzeit von 24 Monaten zu verknüpfen. „Wo wir eine Lösung brauchen, wo es hakt ist tatsächlich, wie schaffen wir, das beides zueinander zu bringen“, sagte Schwiegershausen-Güth.

„Wir brauchen eine Reallohnsicherung für alle Beschäftigten über die gesamte Laufzeit des Tarifvertrages. Das ist das relevante Kriterium für die Laufzeitdebatte.“ Es gehe entweder darum, den Tarifvertrag vor Ablauf der Laufzeit kündigen zu können - oder vorab eine Anpassungsklausel einzubauen.

Gewerkschaft schließt Schlichtung weiter aus

Den Vorwurf der Arbeitgeberseite, sich einem Kompromiss zu verschließen und auf Ausgangsforderungen zu beharren, will die Ver.di-Verhandlungsführerin nicht stehen lassen. „Tarifverträge sind immer Kompromisse. Auch wir wollen einen Abschluss.“

Einen externen Schlichter hinzuzuziehen, wie von Arbeitgeberseite und zuletzt auch aus der Politik gefordert, schließt Schwiegershausen-Güth weiter aus. „Wir wollen jetzt erstmal die drei Runden verhandeln. Das Ziel ist doch, in den drei Runden einen Abschluss zu erzielen“, sagte sie. „Vielleicht wird das Thema Schlichtung irgendwann noch mal spruchreif, aber aktuell sehe ich das nicht.“

Hafen Hamburg: Das sind die Positionen von Ver.di und Arbeitgebern

Die Gewerkschaft war mit einem Forderungspaket in die Verhandlungen gegangen, das nach Ver.di-Angaben in der Spitze Lohnerhöhungen von bis zu 14 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten bedeutet.

Auf dem Tisch liegt aktuell ein Angebot der Arbeitgeber - bei allerdings 24 Monaten Laufzeit - mit 12,5 Prozent für die Containerbetriebe und 9,6 Prozent für konventionelle Betriebe. Für „Beschäftigungssicherungsbetriebe“ in wirtschaftlichen Schwierigkeiten taxiert der ZDS das Angebot auf 5,5 Prozent.

( dpa )

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