Energiekosten

Strompreis sinkt – doch nicht alle Kunden zahlen weniger

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Heiner Schmidt
Der Preis einer Kilowattstunde Strom in Deutschland sinkt ab 1. Juli für alle Verbraucher. Das heißt aber nicht zwingend, dass auch die Stromrechnung geringer ausfällt.

Der Preis einer Kilowattstunde Strom in Deutschland sinkt ab 1. Juli für alle Verbraucher. Das heißt aber nicht zwingend, dass auch die Stromrechnung geringer ausfällt.

Foto: Jens Kalaene / dpa

Strom wird günstiger – anders als beim Tankrabatt müssen Anbieter die Entlastung weitergeben. Warum nicht jeder profitiert.

Hamburg. Massiv steigende Gaspreise und immer neue Preisrunden an den Tankstellen belasten die Verbraucher und haben dazu beigetragen, dass die Inflationsrate zuletzt einen Rekordwert erreichte. Doch nun gibt es für viele Haushalte zumindest einen Lichtblick: Die Kosten für elektrischen Strom sinken vom 1. Juli an deutlich.

Ein halbes Jahr früher als ursprünglich geplant muss die sogenannte EEG-Umlage nicht mehr gezahlt werden, hatte die Bundesregierung unlängst beschlossen. Der Preis einer Kilowattstunde (kWh) Strom sinkt dadurch um insgesamt 4,43 Cent. „Eine Familie mit einem Durchschnittsverbrauch von 4000 kWh zahlt künftig 177 Euro weniger pro Jahr“, sagt Lundquist Neubauer, Stromexperte beim Vergleichsportal Verivox.

Strompreis sinkt: Anbieter müssen Rabatt an Kunden weitergeben

Mit der Umlage finanzierten die Verbraucher bislang den Ausbau von Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen wie Wind- und Sonnenkraft. Die Abschaffung soll die Verbraucher nach dem Willen der Ampelkoalition entlasten.

In diesen Tagen verschicken Anbieter wie die Ökostrom-Pioniere von den Energiewerken Schönau Briefe mit der guten Nachricht an ihre Kunden. „Wie alle Stromversorger geben wir diese Absenkung selbstverständlich an sie weiter“, heißt es da. Tatsächlich haben die Anbieter, anders als die Ölkonzerne beim Tankrabatt, keine Wahl. Sie müssen die Entlastung weitergeben. Auch die Energiewerke Hamburg und der Stromliefer-Platzhirsch in der Hansestadt, Vattenfall, erklären auf Anfrage, dass sie das tun.

Längerfristig bis Vertragsende profitieren werden aber nur Kunden, die Verträge mit Laufzeiten von 12 oder 24 Monaten mit dem Versorger abgeschlossen haben. Kunden im Grundversorgertarif können dagegen in der Regel nicht auf eine geringere Stromrechnung hoffen. Nach den Erkenntnissen der Portale Verivox und Check24 haben viele Grundversorger ihre Tarife bereits zum 1. Juni erhöht. Laut Verivox im Schnitt um 19,5 Prozent – nun sinken sie um 12,8 Prozent.

Vattenfall hatte für Bestandskunden im Tarif „Easy12“, deren Preisgarantie ausläuft, den kWh-Preis bereits zum 1. April um 9,2 Prozent angehoben. Check24-Energie­experte Steffen Suttner sagt zum Wegfall der Umlage denn auch: „Den starken Anstieg der Energiekosten mildert das nur geringfügig.“

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