Betrugsvorwürfe

Fynn Kliemann: Nächster Partner geht auf Distanz

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Fynn Kliemann auf seinem Bauernhof "Kliemannsland" – an diesem sind auch stille Gesellschafter beteiligt.

Fynn Kliemann auf seinem Bauernhof "Kliemannsland" – an diesem sind auch stille Gesellschafter beteiligt.

Foto: picture alliance

Das Netzwerk Correctiv hat stille Kliemann-Investoren ausfindig gemacht: eine Hamburger Influencerin und einen Erdbeer-Unternehmer.

Hamburg. Die seit rund zwei Wochen kursierenden Betrugsvorwürfe gegen Fynn Kliemann schaden dem Influencer und Unternehmer nicht nur im Hinblick auf den Ruf bei seinen Fans: die wirtschaftlichen Folgen sind für Kliemann inzwischen unübersehbar. In Scharen wenden sich Partner von ihm ab – allein aus Hamburg zählen dazu der FC St. Pauli, Viva con Agua und die Tomorrow-Bank.

Und nun beginnen auch stille Gesellschafter, Distanz zu dem Mann zu suchen, dem es bislang nicht gelungen ist, die Vorwürfe des "ZDF Magazin Royale" von Jan Böhmermann zu entkräften: Er habe die Öffentlichkeit getäuscht, angeblich fair und in Europa produzierte Corona-Schutzmasken in Billiglohnländern wie Bangladesh herstellen lassen und womöglich minderwertige Masken an Lager für Geflüchtete geliefert.

Betrugsvorwürfe gegen Kliemann: Correctiv macht stille Gesellschafter ausfindig

Während der "Stern" nun noch weitere Ungereimheiten im Geschäftsgebahren von Kliemanns Firma Global Tactics aufgedeckt hat – so soll die Firma aus einem Sonderverkauf eingenommene Spendengelder für Geflüchtete aus der Ukraine nur zum Teil direkt weitergegeben haben – durchleuchtet das Recherchekollektiv Correctiv die stillen Teilhaber am "Kliemannsland", dem Erlebnishof von Kliemann. Laut der Recherche habe sich unter anderem die Hamburger Influencerin Caro Daur als stille Gesellschafterin mit 25.000 Euro Einlage am Kliemannsland beteiligt.

Noch sehr viel mehr Geld schoss Robert Dahl, Chef der Erdbeerhöfe "Karls Erlebnishof", über seine Investmentfirma zu: Die Karls Investitions GmbH hat Ende 2020 eine halbe Million Euro ins Kliemannsland gesteckt. Gegenüber Correctiv bestätigt Dahl die Investition. Kliemann habe im Sommer 2020 gefragt, ob Dahl als stiller Gesellschafter einsteigen wolle.

Causa Kliemann: Erdbeerhof-Chef geht ein Stück weit auf Distanz

Zwei Jahre später gibt sich Dahl bei Correctiv skeptisch, was die Zukunft von Kliemann angeht: "Wenn Fynn die Vorwürfe nicht entkräften kann, dann wäre das für uns alle hier sehr enttäuschend." Während Dahl sich recht unverblümt zur Causa Kliemann äußert, hat Caro Daur die Correctiv-Anfrage bisher nicht beantwortet.

( josi )

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