Ukraine-Krieg

Aeroflot-Aufträge – Airbus will sich an Sanktionen halten

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Ein Airbus A320 von Aeroflot hebt am Flughafen in Moskau ab. 100 Maschinen der Flugzeugfamilie hat die russische Airline in ihrer Flotte.

Ein Airbus A320 von Aeroflot hebt am Flughafen in Moskau ab. 100 Maschinen der Flugzeugfamilie hat die russische Airline in ihrer Flotte.

Foto: AFP / Yuri Kadobnov

Die Russische Airline soll neben A350 auch noch A320 bekommen. IG Metall gibt grünes Licht: Geplanter Konzernumbau kann erfolgen.

Hamburg. Aeroflot hat bei Airbus mehr Flieger bestellt als bisher bekannt. Im Auftragsbuch stehen zwar nur 14 Exemplare des modernen Großraumjets A350. Das sind allerdings auch nur die Flugzeuge, die die russische Staatsairline direkt beim europäischen Hersteller geordert hat.

Zudem sollen rund 40 „Single-Aisle“-Maschinen über Leasinggesellschaften an Aeroflot geliefert werden, sagte ein Airbus-Sprecher dem Abendblatt. Dieser Auftrag umfasse sowohl A220-Jets, die nur in Nordamerika zusammengebaut werden, als auch die A320-Familie. Diese Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge werden zu mehr als der Hälfte in Hamburg endmontiert.

Krieg gegen Ukraine: Airbus will die Situation beobachten

Nachdem das russische Militär die Ukraine in der vergangenen Woche angegriffen hat, reagierte die Europäische Union in den vergangenen Tagen mit verschärften Wirtschaftssanktionen gegen Russland. Man beobachte die Situation zusammen mit den Partnern, Kunden und Lieferanten, hieß es.

Ob die Aufträge storniert werden oder ob die Belieferung der Aeroflot-Flotte – 118 Airbus-Flieger sind im Betrieb der Airline – mit Ersatzteilen aufrechterhalten wird, blieb offen. Man analysiere die Auswirkungen der angekündigten Sanktionen, sagte der Airbus-Sprecher und ergänzte: „Wir werden alle Sanktionen und geltenden Gesetze einhalten, sobald sie in Kraft sind.“ Für detaillierte Aussagen sei es aber noch zu früh.

Airbus: Konzern kauft in Russland Titan ein

Der DAX-Konzern unterhält zudem weitere Geschäftsbeziehungen mit Russland. Airbus selbst als auch Zulieferer bezögen Titan aus dem Putin-Land. Geopolitische Risiken würden beim Titan-Einkauf aber berücksichtigt, kurz- bis mittelfristig sei man in dem Bereich abgesichert, so der Sprecher.

Eine Baustelle, die den Flugzeugbauer monatelang in Atem hielt, ist endgültig abgehakt. Der geplante Konzernumbau kann erfolgen. Die Tarifkommission habe dem ausgehandelten Ergebnis einstimmig zugestimmt, teilte die IG Metall nun mit. Zuvor hatten in einer digitalen Mitgliederbefragung fast 95 Prozent dafür gestimmt.

IG Metall: Weg für Umstrukturierung frei

Airbus wird zum 1. Juli eine Aerostructure-Firma gründen, die sich künftig um die Rumpffertigung und -montage kümmert. Rund 4500 Hamburger Beschäftigte werden von der Airbus Operations GmbH dorthin wechseln. Im Gegenzug gab es eine Standortgarantie und den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis 2030.

( woh )

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