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Kein Tarifvertrag: Ver.di erhöht Druck auf Lichtblick

Zwischen Ver.di und Lichtblick verhärten sich die Fronten (Symbolbild).

Zwischen Ver.di und Lichtblick verhärten sich die Fronten (Symbolbild).

Foto: IMAGO / ZUMA Wire

Der Hamburger Ökostromanbieter ließ die Frist für eine Reaktion auf die gestellten Forderungen verstreichen. Ver.di zieht Konsequenzen.

Hamburg. Im Ringen um einen Tarifvertrag für die rund 400 Beschäftigten des Hamburger Ökostromanbieters Lichtblick stehen die Zeichen auf Konfrontation. In der vergangenen Woche ist die Frist abgelaufen, die der Betriebsrat und die Gewerkschaft Ver.di der Geschäftsführung für eine Reaktion auf die Forderung nach der Aufnahme von Tarifverhandlungen gesetzt hatten. Zwar liege nun ein Angebot des Lichtblick-Managements für ein Gespräch im Januar vor, hieß es von Ver.di. Doch gleichzeitig machte die Geschäftsführung klar, dass sie keinen Tarifvertrag will.

„Wir sind zuversichtlich, dass wir zeitnah eine faire, flexible und wettbewerbsfähige innerbetriebliche Vereinbarung schließen werden“, teilte Lichtblick auf Abendblatt-Anfrage mit. „Dazu sind wir in engem Austausch mit unserer Belegschaft und führen Gespräche auf Augenhöhe mit deren Interessensvertretung, unserem Betriebsrat“ – die Gewerkschaft wird also nicht auch als Interessenvertretung angesehen.

Strom: „Wir erwarten von Lichtblick faire Bezahlung"

„Wenn die Lichtblick-Unternehmensleitung weiterhin keine Neigung zeigen sollte, mit uns über einen Tarifvertrag zu verhandeln, sind wir bereit, den Druck zu erhöhen“, sagte Björn Krings, zuständiger Gewerkschaftssekretär von Ver.di Hamburg. Was das konkret bedeutet, ließ er offen.

Rückendeckung erhielt die Arbeitnehmerseite von der Bürgerschaftsfraktion der Grünen. Lichtblick gelte zwar als Ökostrom-Pionier, sagte Filiz Demirel, Arbeitsmarkt-Sprecherin der Fraktion. Die „Mission ökologische Nachhaltigkeit“ reiche aber nicht, wenn nicht auch die Prinzipien von guter Arbeit beachtet und eingehalten würden: „Wir erwarten von Lichtblick faire Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen. Daher hoffen wir, dass Lichtblick auch hier eine Vorbildfunktion einnimmt“.

( v.m. )

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