Einzelhandel Hamburg

Shoppen mit 2G-Regel – so lief der Auftakt in der City

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Oliver Schade
Trotz der neuen Vorgaben in Hamburg war die Innenstadt am Wochenende gut besucht (Symbolbild).

Trotz der neuen Vorgaben in Hamburg war die Innenstadt am Wochenende gut besucht (Symbolbild).

Foto: IMAGO / Hanno Bode

Innenstadt am Sonnabend trotz neuer Vorgaben überraschend gut besucht. Warum der Bundesverband trotzdem Alarm schlägt.

Hamburg.  Wer am Sonnabend in der Hamburger Innenstadt unterwegs war, traute seinen Augen kaum. Gut besuchte Geschäfte, volle Einkaufsstraßen, kaum freie Plätze für das eigene Auto am Straßenrand oder in den Parkhäusern. Eine große Zahl von Hamburgerinnen und Hamburgern nutze die Chance, am Tag vor dem 2. Advent Weihnachtsgeschenke für die Liebsten zu kaufen, obwohl am Sonnabend erstmals in den Geschäften die so genannte 2G-Regelung galt, nach der nur Geimpfte und Genesene die Läden betreten durften.

„Wir waren selbst ein wenig überrascht, dass die Geschäfte so gut besucht waren“, sagte City-Managerin Brigitte Engler im Gespräch mit dem Abendblatt. Man habe zwar bei weitem noch nicht das Niveau vom 2. Adventswochenende 2019 – also vor der Pandemie – erreicht, aber es sei ein „ordentlicher Sonnabend“ gewesen, so Englers Fazit.

Einzelhandel Hamburg: Kunden waren sehr geduldig

Im Vorfeld dieser 2G-Premiere seien die Einzelhändler durchaus gespannt gewesen, wie die Kunden auf die neuen Regeln reagieren und wie sie sich an den Eingängen der Geschäfte verhalten. „Die Kundinnen und Kunden haben sich sehr geduldig angestellt, ihre Impfnachweise und Personalausweise gezeigt – das lief wirklich reibungslos“, so Engler. Sie habe den Eindruck, dass es sich dabei für die meisten Hamburger mittlerweile um eine geübte Praxis handele, die man ja bereits von Kneipenbesuchen und Großveranstaltungen kenne.

Damit die geimpften und genesenen Kunden nicht an jedem Geschäft erneut ihre Personalausweise, Impfzertifikate oder Genesenen-Nachweise vorzeigen mussten, hat sich ein Teil der Einzelhändler eine besondere Lösung einfallen lassen. Am Eingang der Europa Passage bekamen alle Geimpften und Genesenen ein blaues Band um das Handgelenk, mit dem sie nicht nur die Berechtigung hatten in dem Einkaufscenter an der Binnenalster zu shoppen.

Farbige Armbänder vereinfachten Einlasskontrollen

Sie konnten mit dem blauen Band auch ins Alsterhaus, zur Galeria-Karstadt-Filiale an der Mönckebergstraße und zu Peek & Cloppenburg. „Wir sind sehr dankbar, dass der Senat uns diese Möglichkeit gegeben hat, denn so werden die Einlasskontrollen vereinfacht, ohne dass wir ein Sicherheitsrisiko eingehen“, sagt Engler.

Denn die Armbänder seien fälschungssicher und könnten nicht an andere Kunden weitergegeben werden. Zudem wird die Farbe des Bandes täglich gewechselt. So soll am Montag Blau durch Gold abgelöst werden. Zudem planen die Händler die Zahl der Geschäfte, in denen man mit dem Band einkaufen kann, zu erhöhen. Montagfrüh soll es dazu eine digitale Konferenz mit weiteren potenziellen Händlern geben.

Handelsverband Deutschland stellt Einbußen durch 2G fest

Während City-Managerin Engler mit dem Start der 2G-Regelung und der Kundenfrequenz in der Hamburger Innenstadt durchaus zufrieden war, schlägt der Handelsverband Deutschland (HDE) für das gesamte Bundesgebiet andere Töne an. Nach einem bereits schwachen Auftakt des Weihnachtsgeschäfts hätten Corona-Maßnahmen in den vergangenen Tagen für erhebliche Einbußen gesorgt, hieß es am Sonntag in einer Mitteilung.

„Die Einführung verschärfter Corona-Maßnahmen in Geschäften ist eine dramatische Zäsur im Weihnachtsgeschäft“, sagte Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Demnach gehe aus einer HDE-Umfrage unter 1600 Unternehmen hervor, dass die Umsätze im stationären Nicht-Lebensmittel-Handel um durchschnittlich 26 Prozent geringer ausfielen als im Vorkrisenjahr 2019. „Unter 2G-Bedingungen sind die Besucherzahlen im Innenstadthandel durchschnittlich um 41 Prozent zu 2019 gesunken.“ Der Verband bekräftigte seine Forderung, Wirtschaftshilfen anzupassen und den Handel zu unterstützen. Bereits im Weihnachtsgeschäft 2020 hatten viele Händler mit ihren Ladengeschäften starke Umsatzeinbußen hinnehmen müssen.

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