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Weihnachtsgeschäft: Einzelhandel warnt vor neuem Lockdown

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Im Weihnachtsgeschäft 2020 machten Hamburgs Einzelhändler drastische Verluste – für dieses Jahr hoffen sie auf höhere Einnahmen.

Im Weihnachtsgeschäft 2020 machten Hamburgs Einzelhändler drastische Verluste – für dieses Jahr hoffen sie auf höhere Einnahmen.

Foto: imago images/Hanno Bode

Nach Einbußen im Weihnachtsgeschäft 2020 hoffen die Händler auf höhere Umsätze – und warnen vor den Folgen neuer Schließungen.

Hamburg. Nachdem der Corona-Lockdown das Weihnachtsgeschäft 2020 massiv beeinträchtigt hat, hofft der Einzelhandel für dieses Jahr auf höhere Umsätze. Der Handelsverband Nord, der die Interessen der Händler in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern vertritt, rechnet nach einer aktuellen Umfrage unter seinen Mitgliedern mit einem Umsatzplus von zwei Prozent für den stationären Handel inklusive Lebensmittel sowie Online­geschäft.

Wie bereits in den Vorjahren werde der Onlinehandel am stärksten vom Wachstum profitieren, hieß es. Die Prognose steht unter dem Vorbehalt, dass es angesichts der eskalierenden vierten Corona-Welle keinen neuen Lockdown gibt. „Wir können und werden es nicht schaffen, wenn wir unsere Geschäfte wieder schließen müssen“, appellierte der Präsident des Handelsverbands Nord, Andreas Bartmann, an die Verantwortlichen in der Politik.

Corona News: Harter Hamburger Lockdown sorgt für Einbußen im Einzelhandel

Das Weihnachtsgeschäft ist vor allem für den stationären Einzelhandel in Hamburg die letzte Chance, das Gesamtjahresergebnis noch zu verbessern. Während sich in den Nachbarländern ein leichtes Plus für 2021 abzeichnet, wird in der Hansestadt ein Minus von knapp einem Prozent erwartet.

„In Hamburg waren die Corona-Regelungen und Öffnungsschritte in der ersten Jahreshälfte deutlich restriktiver als in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern“, sagte Hauptgeschäftsführer Dierk Böckenholt. „Das schlägt sich nieder und diese Umsätze kommen auch nicht wieder rein.“

Einzelhandel: Verband warnt vor "luftigen Regalen" – Lücken bereits absehbar

Für Weihnachtsgeschenke wollen die Verbraucher im Schnitt 273 Euro ausgeben. Besonders gefragt sind erneut Geschenkgutscheine und Produkte aus den Bereichen Bücher und Schreibwaren, Spielwaren und Kosmetik. Eine beson­dere Herausforderung werden nach Ansicht der Branchenexperten die teilweise seit Monaten anhaltenden Liefereng­pässe. Handelsverbands-Präsident Bartmann warnte vor „luftigen Regalen im Dezember“ vor allem bei qualitativ hochwertigen Produkten.

Primär bei Unterhaltungselektronik, Spielwaren und Möbel seien Lücken bereits absehbar. „Viele Händler verkaufen bereits jetzt die Sortimente, die sie eigentlich für das Weihnachtsgeschäft eingeplant haben“, so Bartmann. Er rechnet damit, dass in den nächsten Wochen kaufwillige Kunden in die Geschäfte kämen, aber „die Umsätze nicht generiert werden können“. Gewinner der aktuellen Situation seien die Unternehmen, die regional produzieren und verkaufen.

Lage vieler Händler auch Monate nach Lockdown-Ende noch kritisch

Trotz der verhalten optimistischen Einschätzung für das Weihnachtsgeschäft seien weiterhin Händler von Schließungen bedroht. „Es ist die Ruhe vor dem Sturm“, so Bartmann, der Geschäftsführer des Outdoor-Ausrüsters Globetrotter ist.

Ein Drittel der Betriebe, die von den coronabedingten Geschäftsschließungen betroffen gewesen seien, befänden sich in einer schwierigen Situation. Aktuell sind Verpflichtungen wie Mieten und Sozialversicherungsbeiträge teilweise noch gestundet, die Prüfungen von Corona-Soforthilfen sowie Kurzarbeitergeld nicht abgeschlossen.

( mik )

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