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Corona macht Wohnungskauf in Hamburg noch schwieriger

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Neubauprojekt am Osterbekkanal: Die Kluft zwischen Immobilienpreisen und Einkommen hat sich in Hamburg weiter vergrößert.

Neubauprojekt am Osterbekkanal: Die Kluft zwischen Immobilienpreisen und Einkommen hat sich in Hamburg weiter vergrößert.

Foto: imago images/Hanno Bode

In Hamburg hat sich laut einer Studie die Kluft zwischen Neubaupreisen und Einkommen weiter vergrößert. Was ein Experte rät.

Hamburg. Corona hat den Wunsch nach Wohneigentum noch verstärkt. Doch im Pandemie-Jahr 2020 hat sich in Hamburg die Kluft zwischen den Preisen für Neubauwohnungen und den Einkommen noch deutlich vergrößert. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Portals Immoverkauf24.

Demnach mussten Käufer von Neubauwohnungen in der Hansestadt 6959 Euro pro Quadratmeter zahlen. Zwar stiegen hier die Preise seit 2015 weniger stark als in den anderen deutschen Metropolen, nämlich um 40 Prozent.

Neubauten in Hamburg: Einkommen deckt nur 56 Prozent des Quadratmeterpreises

Weil aber die Bruttoeinkommen seit 2015 nur um 10,8 Prozent zunahmen und im Pandemie-Jahr nur noch um 1,1 Prozent auf durchschnittlich 3863 Euro zulegten, wird die Finanzierung von Neubauten für Normalverdiener auch in Hamburg immer schwieriger. Denn das mittlere Bruttoeinkommen der Hamburgerinnen und Hamburger deckt nur noch 56 Prozent des Neubau-Quadratmeterpreises. Im Jahr 2015 waren es noch 70 Prozent.

Noch ungünstiger als in Hamburg sieht es für Kaufwillige in München und in Berlin aus: Dort reicht das Bruttoeinkommen nur für weniger als 50 Prozent beziehungsweise 53 Prozent des Preises von einem Neubau-Quadratmeter.

Immobilien-Experte empfiehlt Lockerungen beim Klimaschutz

„Neben Klimaschutzauflagen sind die besonders hohen Grundstückskosten in Ballungsräumen wesentlicher Faktor für den teuren Neubau“, sagt Niels Jacobsen, Geschäftsführer von Immoverkauf24: „Um mehr leistbares Angebot in den Markt zu bringen, müssten städtische Flächen stärker nutzbar gemacht und der Neubau in allen Preissegmenten gefördert werden.“

Im Bereich Klimaschutz könnten Bauverordnungen eher auf Ziele setzen, etwa für Energieverbrauch und Kohlendioxidausstoß, statt auf Reglementierungen, so Jacobsen: „Dadurch könnte ein Innovationswettbewerb ausgelöst werden, der in der Folge zu niedrigeren Baukosten führen könnte.“

Weil die Nachfrage nach Wohnraum das Angebot deutlich übertrifft, besonders in Metropolen, stehe auch für die neue Ampelkoalition der Neubau von Wohnungen ganz oben auf der Agenda, heißt es in der Studie. Erklärtes Ziel sei der Bau von 400.000 Neubauwohnungen jährlich, rund 100.000 öffentlich davon gefördert, um rasante Miet- und Kaufpreissteigerungen zu mildern.

( HA )

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