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Auch Emirates lässt einen A380 verschrotten

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123 A380 hat Emirates bei Airbus auf Finkenwerder abgeholt. Nun lässt die arabische Airline den ersten verschrotten.

123 A380 hat Emirates bei Airbus auf Finkenwerder abgeholt. Nun lässt die arabische Airline den ersten verschrotten.

Foto: dpa / Picture-Alliance / Hartmut Reeh

Arabische Fluglinie will ein Exemplar in der Heimat zerlegen lassen. Bordbar soll zu einem Möbelstück für Sammler werden.

Hamburg.  Mit 123 bestellten Fliegern ist Emirates mit Abstand der größte Abnehmer des A380 – doch alle Riesen-Airbusse werden nach der Corona-Krise nicht mehr in die Luft zurückkehren.

Das erste ausgemusterte Exemplar will die arabische Fluglinie nun verschrotten lassen. Das ebenfalls in den Vereinigten Arabischen Emiraten ansässige Unternehmen Falcon Aircraft Recycling solle den ersten ausgemusterten A380 recyceln, teilte Emirates am Dienstag mit.

A380 erstmals außerhalb Europas zerlegt

„Wir freuen uns über die Zusammenarbeit mit Falcon Aircraft Recycling bei diesem bislang einmaligen Projekt“, sagte Emirates-Chef Tim Clark. Dass alle Wiederverwertungsaktivitäten in den Vereinigten Arabischen Emiraten durchgeführt würden, spräche für das starke Luftfahrt-Ökosystem und die Fähigkeiten, die das Land in seiner kurzen Geschichte aufgebaut habe.

„Dies ist unser bisher ehrgeizigstes Projekt, bei dem zum ersten Mal ein A380 außerhalb Europas demontiert wird“, sagte Andrew Tonks, Direktor des Zerlegebetriebs Falcon Aircraft Recycling. Rund 190 Tonnen verschiedener Metalle, Kunststoffe, Kohlefaserverbundstoffe und anderer Materialien sollen wiederverwertet werden.

A380: Turbinen und Fahrwerke ausgebaut

Im Technikzentrum von Emirates wurden bereits Triebwerke, Fahrwerke und Flugsteuerungskomponenten ausgebaut und stehen als Ersatzteile für fliegende Jets bereits. Bis zum Jahresende sollen 118 A380 bei Emirates in der fliegenden Flotte im Einsatz sein.

Die Bordbar und andere Kabinenelemente soll die Spezialfirma Wings Craft zu Sammlerstücken umgestalten und verkaufen. „Durch diese Initiative können unsere Kunden und Fans ein Stück Luftfahrtgeschichte mit nach Hause nehmen“, sagte Clark. Ein Teil der Erlöse soll der Emirates Airline Foundation zugute kommen, die sich für benachteiligte Kinder in aller Welt einsetzt. „Es ist eine elegante und angemessene Lösung für den Ruhestand dieses ikonischen Flugzeugs und unseres Flaggschiffs“, so Clark.

Erster A380 wurde 2019 verschrottet

Das Dortmunder Fondshaus Dr. Peters ließ bereits Anfang 2019 den ersten A380 verschrotten, weil sich keine neuen Abnehmer für den von Singapore Airlines erst gemieteten und dann zurückgegebenen Flieger finden ließ. Elf Jahre war die Maschine im Einsatz. Für Flugzeuge, die häufig 20 Jahre und mehr in der Luft sind, ist das ein kurzer Lebenszyklus.

Die nun vor der Zerlegung stehende Maschine wurde im Juli 2008 auf Finkenwerder von Airbus an Emirates übergeben. Ihren Erstflug machte sie am 1. August 2008 vom Heimatflughafen in Dubai nach New York. Der letzte kommerzielle Flug fand am 8. März 2020 von Singapur nach Dubai statt. Insgesamt leistete dieser A380 6319 Flüge und war an 62 Flughäfen zu Gast.

Airbus lässt die Fertigung in diesem Jahr auslaufen, weil sich keine neuen Kunden für das weltgrößte Passagierflugzeug der Welt fanden. In diesem Dezember wird Emirates den letzten bestellen A380 in Hamburg erhalten.

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