Corona Hamburg

Gewerkschaft NGG fordert klare Regeln fürs Homeoffice

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Corona in Hamburg: Das Arbeiten im Homeoffice verursacht den Beschäftigten viele zusätzliche Kosten.

Corona in Hamburg: Das Arbeiten im Homeoffice verursacht den Beschäftigten viele zusätzliche Kosten.

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Beschäftigte blieben auf vielen Kosten sitzen, die eigentlich der Arbeitgeber tragen müsse. Forderung auch zu den Arbeitszeiten.

Hamburg. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert mehr Unterstützung für Beschäftigte im Homeoffice. Es gehe darum, auch über die Pandemie hinaus faire Regeln im Sinne der Beschäftigten zu finden, teilte die Gewerkschaft am Montag in Hamburg mit.

„Betriebsräte und Gewerkschaft sollten beim Homeoffice stärker mitreden – etwa bei der technischen Ausstattung des heimischen Büros oder bei der Onlinewahl von Arbeitnehmervertretern“, sagte Anne Widder, Gewerkschaftssekretärin der NGG-Region Hamburg-Elmshorn. Hier sei die künftige Bundesregierung in der Pflicht.

Corona in Hamburg: Homeoffice verursacht Kosten

Außerdem könne es nicht sein, dass Beschäftigte auf den Kosten für das dienstlich genutzte Telefon sitzen blieben oder bei einem fehlenden Arbeitszimmer den Küchentisch als Schreibtisch nutzen müssten. „Die Unternehmen sparen hier teilweise enorme Summen ein, während Heimarbeitende mit ihren Problemen oft allein gelassen werden“, kritisiert Widder. Die von der letzten Bundesregierung geschaffene steuerliche Absetzbarkeit beim Homeoffice sei mit 600 Euro pro Jahr deutlich zu niedrig. Unterm Strich bringe das einem Großteil der Beschäftigten keine spürbare Entlastung.

Obwohl die NGG viele Arbeitnehmer vertritt, die beispielsweise im Gastgewerbe gar nicht von zu Hause aus arbeiten, sei das Thema Homeoffice und mobiles Arbeiten auch in der Ernährungsindustrie relevant. Die Branche beschäftigt in Hamburg laut Arbeitsagentur rund 8400 Menschen. „Hier geht es vor allem um Stellen in der Verwaltung, Buchhaltung und Logistik, bei denen seit dem Frühjahr vergangenen Jahres das Homeoffice erprobt wurde. Aber auch im Außendienst und in Teilen der Produktion hat sich die Heimarbeit mittlerweile etabliert“, so Widder.

Eine weitere Forderung der NGG: Arbeitszeiten müssen auch am heimischen Schreibtisch eindeutig dokumentiert werden. Homeoffice brauche Grenzen und dürfe nicht dazu führen, dass Beschäftigte rund um die Uhr für den Chef erreichbar sind.

( mk )

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