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Druck auf Wohnungsmarkt: Baubranche fordert Bauministerium

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Beate Kranz
Deutschland braucht dringend neue Wohnungen. Für dieses Ziel braucht es ein eigenständiges Bauministerium.

Deutschland braucht dringend neue Wohnungen. Für dieses Ziel braucht es ein eigenständiges Bauministerium.

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Pro Jahr sollen bei einer Ampel-Koalition 400.000 neue Wohnungen gebaut werden. Was die Gewerkschaft IG Bau und die Bauindustrie dazu fordern.

Berlin. Ein Ziel hat sich die mögliche neue Ampel-Koalition bereits gesteckt: Pro Jahr sollen künftig 400.000 Neubauwohnungen im Kampf gegen hohe Mieten entstehen – darunter auch 100.000 öffentlich geförderte Wohnungen. Eine gigantische Aufgabe, die sich nicht von alleine erledigt.

Die Baubranche steht dafür in den Startlöchern. Sowohl die Gewerkschaft IG Bau als auch die Bauindustrie fordern von der neuen Bundesregierung, endlich ein eigenständiges Bauministerium einzurichten. „Das Wohnen ist die soziale Frage unserer Zeit. Und die hat das politische Gewicht eines eigenen Bundesministeriums verdient“, sagte Bundesvorsitzende der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG-Bau), Robert Feiger, unserer Redaktion.

Ein eigenständiges Bauressort könnte für eine „echte Wohnwende“ sorgen, so Feiger: „Seit 23 Jahren führt das Bauressort ein ‚Nomadenleben‘. Es war immer Anhängsel – beim Verkehr, bei der Umwelt, beim Inneren.“ Die Reihe der „Nebenbei-Bauminister“ – von Franz Müntefering (SPD) bis zu Horst Seehofer (CSU) – müsse ein Ende haben.

Bauindustrie: „Bauen muss zur Chefsache werden“

Auch der Chef des Hauptverbands der deutschen Bauindustrie (HDB) ist überzeugt: „Das Bauen muss zur Chefsache werden. Wir brauchen ein starkes Bundesministerium für Bau und Infrastruktur, um die gewaltigen Vorhaben zur Modernisierung unserer Infrastruktur umzusetzen“, sagte der Hauptgeschäftsführer Tim-Oliver Müller.

„Denn eine der wesentlichen Stellschrauben für das Gelingen der Mobilitäts- und Energiewende wird eine ambitionierte Baupolitik sein, zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und für den Klimaschutz.“ Müller forderte dabei auch „Mut zur Digitalisierung, denn so können wir das ingenieurtechnische Know-how der Baufirmen in die Planung einbinden und mutig mit Innovationen vorangehen, anstatt wie bisher den kleinsten gemeinsamen Nenner zu suchen“.

Was der geplante Neubau in der Praxis heißt, rechnet der IG-Bau-Chef vor: „Das bedeutet von Montag bis Sonntag pro Tag knapp 1100 neu gebaute, bezugsfertige Wohnungen – 46 pro Stunde, alle vier Minuten drei Wohnungen. Das ist eine Rund-um-die-Uhr-Aufgabe“, so Feiger. Dies erfordere „volle Kraft, volles politisches Engagement und volles Gewicht am Kabinettstisch“.

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IG Bau: Wichtig sind vor allem Sozialwohnungen

Der Wohnungsbau sollte laut Gewerkschaftschef eine zentrale Aufgabe des neu geschaffenen Bundesministeriums sein. „Wir stehen beim Bauen und Wohnen vor immensen Herausforderungen, was eine Bündelung der Kompetenzen notwendig macht. Die Politik muss in den kommenden Jahren Antworten darauf geben, wie Wohnen – insbesondere für Menschen mit niedrigem Einkommen – bezahlbar bleibt“, so Feiger.

Gefragt seien vor allem auch Sozialwohnungen. „Während im Jahr 1987 auf 100 Mieterhaushalte 25 Sozialwohnungen kamen, ist diese Zahl Ende 2020 auf fünf zurückgegangen.“ Mit ihrem Ziel hätten SPD, Grüne und FDP die „richtige Marke“ gesetzt. Gleichzeitig dürften jedoch auch die Mieter durch erhöhte Kosten für Klimamaßnahmen jetzt nicht überfordert werden.

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