ITS Weltkongress Hamburg

„Kinder sehen hier die Zukunft, in der sie mal leben werden“

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Volker Mester
Lilly Fritz (10) probiert den Fahrsimulator ITS Weltkongress Hamburg aus.

Lilly Fritz (10) probiert den Fahrsimulator ITS Weltkongress Hamburg aus.

Foto: Michael Rauhe / Funke Foto Services

Publikumstag ist Familientag: Veranstalter zählen gut 4000 Besucher, die Ideen zur Mobilität der Zukunft in den Messehallen bestaunen.

Hamburg. Großes Hallo vor den Messehallen Eingang Ost. Oberstufenschüler des Gymnasiums Süderelbe treffen sich hier zu einem Projekttag über Mobilität. Trotz Ferien. „Wir machen eine ganze Arbeitswoche zu dem Thema. Zusammen mit Schülern und Lehrern aus Island, Polen, und Estland“, sagt die Koordinatorin Ulrike Vogt. „Da passt der Besuch beim ITS-Weltkongress ideal.“

Seit vier Tagen laufen die Veranstaltungen mit mehr als 12.000 Fachbesuchern aus aller Welt. Doch an diesem Donnerstag ist ein besonderer Tag. Es ist Publikumstag, das heißt: Gut 4000 Hamburger erobern sich ihre Messehallen und werfen einen Blick in die digitalisierte Welt von morgen.

Am Publikumstag des ITS-Kongress können Kinder in ihre Zukunft schauen

„Man hat immer von der Digitalisierung gelesen und gedacht, dass ist noch weit weg. Dabei ist es ganz nahe, und hier kann man es anfassen“, sagt Heinz Prange aus Wellingsbüttel. Der rüstige ältere Herr stellt sich gerade am Covid-Checkpoint an, denn Zutritt zu den Messehallen bekommen nur Besucher mit 2G-Nachweis.

Drinnen warten Mitarbeiter, die geführte Touren durch die Ausstellung anbieten. Man kann sich aber auch selbst durch die Hallen treiben lassen. Nahe dem Eingang hat das Bundesverkehrsministerium einen Stand, an dem es über seine Mobilitätsprojekte informiert. Die zehnjährige Lilly Fritz aus Stellingen testet gerade ihr Fahrvermögen an einem Simulator. „Sie hatte von dem Kongress im Fernsehen erfahren und wollte unbedingt hierher“, sagt ihr erwachsener Bruder Lukas. „Es sind ja Ferien.“

Ein buntes Programm wartet im Bühnenbereich der Halle B5. Musiker der HipHopAcademy Hamburg locken vor allem junge Besucher an. Gleich wird Astronautin Suzanna Randall, die als erste deutsche Frau ins Weltall fliegen will, von ihrer Ausbildung berichten. Nachmittags kommt der Fernsehjournalist Ranga Yogeshwar. Auch Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) begrüßt die Hamburger Besucher. Vor allem an den Ständen der bekannten Autohersteller mit selbstfahrenden Fahrzeugen drängen sich Interessierte.

„Alte und Gebrechliche bekommen wenig geboten“

Vor dem Angebot von Vlyr gibt es eine Warteschlange. Vlyr zeigt Besuchern mit einer Datenbrille in einer Drohnen-Gondel einen virtuellen Rundflug über der Skyline Hamburgs. „Wow, wir sind über Hamburg geflogen“, sagt der achtjährige Matthieu Bonnotte, nachdem er aus der Gondel klettert. Er besucht mit Mutter Isabelle und seinem elfjährigen Bruder Lucas die Messe. „Die Kinder sehen hier die Zukunft, in der sie einmal leben werden“, sagt die gebürtige Französin, die in St. Georg wohnt.

Demo-Touren, Live-Vorführungen und eine gigantische Lastendrohne mit einer Tragkraft von 200 Kilogramm runden das Programm ab. Nur Thorsten Unger, der mit Sohn Paul (10) aus Bergedorf gekommen ist, bleibt nachdenklich zurück: „Vieles von dem, was ich hier sehe, ist für jüngere Leute. Alte und Gebrechliche bekommen wenig geboten.“

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