Hamburger Hafen

Jobabbau bei Blohm+Voss: Lürssen-Werft stellt sich neu auf

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Bremer Lürssen-Werft gründet Marineschiffbau als eigenständiges Unternehmen aus (Symbolbild).

Bremer Lürssen-Werft gründet Marineschiffbau als eigenständiges Unternehmen aus (Symbolbild).

Foto: picture alliance/dpa | Sina Schuldt

Hamburger Werft gehört nun zu einer eigenen Firma für den Marineschiffbau in Bremen. Welche Vorteile das haben soll.

Hamburg. Einen Tag nach der Ankündigung von Stellenstreichungen bei der Hamburger Werft Blohm+Voss gibt sich der Bremer Mutterkonzern Lürssen eine neue Struktur: Der Marineschiffbau, zu dem auch Blohm+Voss gehört, agiert ab sofort unter der Dachmarke NVL (Naval Vessels Lürssen). Sie sei als eigenständiges Unternehmen aus der Fr. Lürssen Werft ausgegründet worden, teilte der Bremer Konzern am Freitag mit.

Die NVL Group verantworte damit das gesamte Neubauspektrum sowie alle Reparaturaktivitäten von Marineschiffen und Küstenwachbooten. Dagegen würden der Neubau und Reparaturen der Sparte Yachten auch in Zukunft unverändert unter der Marke Lürssen mit der Fr. Lürssen Werft als Dachgesellschaft fortgesetzt, heißt es.

Lürssen-Werft: Synergien noch effizienter einsetzen

Damit stelle man die Weichen für eine nachhaltige und langfristige Zukunftsgestaltung beider Sparten. „Mit den Sparten Yachten und Defence bedienen wir sehr unterschiedliche und zunehmend heterogene Märkte und Zielgruppen“, sagt Friedrich Lürßen, Gesellschafter der Unternehmensgruppe Lürssen. „Um unsere Kompetenzen als Schiffbauer und unsere Infrastruktur an unseren Werftstandorten optimal auszuschöpfen, haben wir uns dazu entschieden, beide Sparten klar voneinander zu trennen.“

Die Dachgesellschaft der NVL Group mit Sitz in Bremen-Vegesack wird der Mitteilung zufolge gemeinsam durch Klaus Borgschulte und Tim Wagner als Sprecher geleitet. Zur NVL Group gehören außer den Neubaustandorten Peene-Werft in Wolgast und Blohm+Voss in Hamburg unter anderem die beiden Reparaturwerften Neue Jadewerft in Wilhelmshaven und Norderwerft in Hamburg sowie Standorte in Australien, Bulgarien und Brunei. „Die Zusammenführung erlaubt uns, Synergien zwischen den einzelnen Standorten noch effizienter einzusetzen“, so Borgschulte.

Beide Sparten von Lürssen mit allen zugeordneten Gesellschaften sollen auch in Zukunft Teil der unverändert familiengeführten Unternehmensgruppe bleiben, wie es weiter heißt. Am Donnerstag hatte Lürssen angekündigt, dass Blohm+Voss aus dem Geschäft mit der Reparatur von Handels- und Kreuzfahrtschiffen aussteigt.

( v.m. )

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