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Hamburger Einkaufsmeilen haben mehr Besucher als 2019

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Einkaufen in der City zu Corona Zeiten - hier am Jungfernstieg.

Einkaufen in der City zu Corona Zeiten - hier am Jungfernstieg.

Foto: Andreas Laible

In der Spitalerstraße und am Jungfernstieg werden sonnabends wieder mehr Menschen gezählt – dienstags sieht das aber anders aus.

Hamburg.  In den Haupteinkaufsstraßen deutscher Großstädte sind nun wieder mehr Menschen unterwegs als vor einem Jahr – diese Erkenntnis aus einer aktuellen Passantenzählung im Auftrag des Hamburger Maklerunternehmens Engel & Völkers erscheint kaum überraschend.

Doch die Zunahme fällt erstaunlich gering aus: Im Durchschnitt wurden Mitte September an den 147 Punkten in 63 Städten gerade einmal 2,5 Prozent mehr Personen gezählt als im September 2020. Verglichen mit der Vor-Corona-Zeit (September 2019) liegt die Passantenfrequenz allerdings noch um 13,6 Prozent zurück.

Zwei Einkaufsmeilen legen gegen den Bundestrend zu

Zwei Hamburger Einkaufsmeilen gehören jedoch zu den Ausnahmen: Die Spitalerstraße erreichte mit 8542 Besuchern pro Stunde am Sonnabend entgegen dem allgemeinen Trend ein Plus (1,1 Prozent) zu September 2019, der Jungfernstieg brachte es mit 6469 gezählten Personen sogar auf eine Zunahme von 11,0 Prozent.

„An der einen oder anderen Stelle sind in der City erste, zarte Zeichen für einen strukturellen Wandel zu erkennen“, sagt dazu Sinje-Swala Buschmann, verantwortlich für Retail Services bei Engel & Völkers Commercial Hamburg: „Dazu zählt einerseits die Rückkehr einst verdrängter Konzepte, insbesondere aus dem Bereich der Nahversorgung. Andererseits beleben neue Gastronomieangebote ebenso die Innenstadt wie einige neue skandinavische Labels.“ Die Mischung aus Nutzwert, Aufenthaltsqualität und Shoppingerlebnis „könnte nach der Krise die Chance sein, die Weichen auf eine erfolgreiche Zukunft zu stellen“, glaubt Buschmann.

An den großen Bleichen werden weniger Passanten gezählt

Gleich um die Ecke vom Jungfernstieg, an den Großen Bleichen, zeigt sich dagegen ein ganz anderes Bild: Mit gerade einmal 1855 Passanten pro Stunde waren dort nicht nur 14,8 Prozent weniger Menschen unterwegs als 2019. Gegenüber dem September 2020 bedeutet das sogar ein Minus von 20,9 Prozent.

Ähnliche Resultate, wenn auch nicht ganz so ausgeprägt, gab es aber auch an anderen Orten, etwa in der Kölner Schildergasse (10.958 Besucher, minus 7,8 Prozent gegenüber 2020) und in der Georgstraße in Hannover (8748 Personen, minus 7,3 Prozent).

Dienstags wirkt sich das Homeoffice negativ aus

Engel & Völkers hat die Passantenfrequenzen nicht nur am Haupteinkaufstag Sonnabend, sondern auch an einem Dienstag ermitteln lassen. Dabei zeigt sich der Corona-Effekt noch deutlicher: Gegenüber dem September vor der Pandemie liegt die Spitalerstraße mit 3525 Besuchern mit 8,3 Prozent zurück, der Jungfernstieg schneidet noch wesentlich schlechter ab (2445 Passanten, minus 18,5 Prozent).

Im bundesweiten Durchschnitt der Haupteinkaufsstraßen ergab sich für den Zähltag Dienstag ein Minus von 21,4 Prozent gegenüber 2019, aber auch noch ein Rückgang von 7,2 Prozent gegenüber 2020. Neben dem Einflussfaktor „Touristen“ wirke sich an einem Wochentag die Abnahme der Büroarbeit spürbar aus, heißt es von Engel & Völkers.

( v.m. )

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