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Flugzeugbauer schnappt Boeing mit Jet2.com einen Kunden weg

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Jet2.com will im A321neo 232 Passaqiere unterbringen.

Jet2.com will im A321neo 232 Passaqiere unterbringen.

Foto: Airbus

Britischer Billigflieger bestellt 36 A321neo-Maschinen, die größtenteils in Hamburg gebaut werden. An Bord dürfte es eng werden.

Hamburg.  In diesem Jahr halten sich die Fluglinien mit der Bestellung neuer Maschinen zurück. Bis Ende Juli gingen bei Airbus Aufträge über 167 Stück ein. Zu sehr leiden die finanziell angeschlagenen Airlines weiterhin unter dem Passagiereinbruch und den dadurch wegfallenden Ticketerlösen. Nun meldete der europäische Konzern innerhalb einer Woche allerdings gleich zwei – für diese Corona-Zeiten – relativ große Aufträge.

Am Dienstag vergangener Woche orderte die US-Fluglinie Delta Air Lines 30 A321neo-Jets. An diesem Dienstag ist es die britische Billigfluggesellschaft Jet2.com. Sie bestelle 36 Maschinen des Typs mit nach oben gebogenen Flügelspitzen und 20 Prozent Sprit sparenden Triebwerken, teilte Airbus mit. Das dürfte gut für das Hamburger Werk sein, in dem Anfang September 125 Auszubildende und Dual Studierende anfangen.

Jet2.com wechselt zu Airbus

Schließlich werden auf Finkenwerder mehr als die Hälfte der Flieger der A320-Familie gebaut. Der Rest wird in Toulouse (Frankreich), Tianjin (China) und Mobile (USA) endmontiert. Der A321 – mit 44,50 Meter die längste Maschine der Familie – wird bisher sogar ausschließlich an der Elbe sowie an der Mobile Bay des Golfs von Mexiko zusammengebaut.

Jet2.com flog bisher fast ausschließlich Boeing-Maschinen, und zwar überwiegend der 737-Reihe – also dem direkten A320-Konkurrenten. Daher überrascht es nicht, dass Airbus-Verkaufschef Christian Scherer sagt: „Wir begrüßen die Entscheidung von Jet2.com sehr.“ Schließlich konnte man dem US-Erzrivalen ein Schnippchen schlagen.

Jet2.com von A321neo überzeugt

Jet2.com habe sich nach der Erprobung einiger geleaster A321 entschieden, „in moderne und zukunftsweisende Fly-by-Wire-Technologie von Airbus“ zu investieren, so Scherer. Dabei wird das Flugzeug elektronisch mit Hilfe von Sensoren gesteuert, während die 737 herkömmlich per Drahtseil gesteuert wird.

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Der A321neo sei das derzeit effizienteste Flugzeug, sagte Jet2.com-Chef Philip Meeson: „Es wird unseren Fluggästen ein wunderbar komfortables und angenehmes Erlebnis bieten, wenn sie mit uns in ihren wohlverdienten Jet2-Urlaub fliegen.“ Es dürfte auch ein enges Erlebnis werden. 232 Sitze will Jet2.com einbauen – bei Delta sind es nur 194.

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