Energiewende

Viele Unternehmen offen für Investitionen in Ökostrom

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Alexander Klay
Kerosinsteuer, Importabgaben: Das EU-Klimapaket

Kerosinsteuer, Importabgaben- Das EU-Klimapaket

Die EU-Kommission schlägt eine Reihe von Maßnahmen vor, mit denen der Treibhausgasausstoß in Europa bis 2030 um mindestens 55 Prozent verringert werden soll. Darunter ist ein Verbot für Verbrennungsmotoren bis 2035 und eine Kerosinsteuer für Fluggesellschaften.

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Viele Entscheidungsträger in der Privatwirtschaft sind laut einer Umfrage bereit, in den Ausbau erneuerbarer Energien zu investieren.

Berlin. Beim Ausbau der Erneuerbaren Energien wie Windkraft und Solarenergie ist noch viel zu tun, bis der gesamte Strombedarf der Bundesrepublik klimaneutral gedeckt werden kann – zumal für die Elektromobilität oder den klimaneutralen Umbau vieler Industriezweige künftig noch viel größere Mengen Strom benötigt werden als das heute der Fall ist.

Die Mehrheit der Unternehmen ist jedenfalls bereit, in Anlagen für die Produktion von Ökostrom zu investieren. Das zeigt eine repräsentative Civey-Umfrage im Auftrag Energieversorgers Eon unter 10.000 Entscheiderinnen und Entscheidern in der deutschen Privatwirtschaft. Laut den Ergebnissen, die unserer Redaktion vorab vorliegen, können sich 62,3 Prozent vorstellen, entsprechende Anlagen für das Firmengelände anzuschaffen.

Erneuerbare Energien: Solaranlagen sind am beliebtesten

Dabei ist die Bereitschaft für den Ausbau der Erneuerbaren Energien unter den Firmen besonders groß, die bereits in Ökostrom investiert haben. In etwa jede vierte Firma produziert bereits Grünstrom. Hier kommen weitere Investitionen für 83,5 Prozent infrage.

Skeptischer sind dagegen Befragte aus Unternehmen, die noch keine Investition getätigt haben haben. Hier ist eine knappe Mehrheit von 54,5 Prozent offen für den Einstieg in die Ökostrom-Produktion. Mehr zum Thema: Neues Gesetzespaket: So teuer wird der Klimaschutz

Am beliebtesten sind unter den Entscheidungsträgern Solaranlagen (53,7 Prozent), gefolgt von Biomasse-Blockheizkraftwerken (11,2), Windkraft-Anlagen (8,9), sowie sonstigen Ökostrom-Anlagen wie Wasserkraft oder Geothermie (9 Prozent). Als Hauptmotive für Investitionen in Ökostrom wurden 46,2 Prozent Klimaschutz sowie mit 45,5 Prozent Kostenersparnis genannt.

Strompreise in Deutschland besonders hoch

Bei den Strompreisen liegt Deutschland inzwischen an der Spitze Europas. Als Grund gelten unter anderem ausgerechnet die aus dem Ruder laufenden Kosten für die Energiewende. Daher kann es sich für Privathaushalte und Unternehmen lohnen, Ökostrom für den Eigenverbrauch zu produzieren.

„Die Umfrageergebnisse zeigen, dass für grünstromproduzierende Geschäftsleute erneuerbare Energien ein Erfolgsmodell sind, die ein weiteres Ökostrom-Engagement wahrscheinlicher machen“, sagt Philip Beckmann, Geschäftsführer für den Geschäftskundenbereich bei Eon Energie Deutschland. Firmen mit freien Dachflächen würden nach der ersten oft noch weitere Photovoltaik-Anlagen installieren, um möglichst große Teile ihres Stromverbrauchs damit abzudecken.

Damit der Ausbau der Erneuerbaren Energien schneller vorankommt als bislang, hatte die Bundesregierung im Frühjahr auch eine Solaranlagen-Pflicht bei Neubauten und Dachsanierungen diskutiert. Diese ist vorerst vom Tisch.

Jedoch haben Bundesländer wie Berlin eigene Regeln verabschiedet – in der Bundeshauptstadt müssen private Eigentümer ab 2023 bei Neubauten oder Sanierungen Fotovoltaikanlagen installieren. Weiterlesen: „Stromma“: Möbelgigant Ikea steigt in Strommarkt ein

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