Hafen Hamburg

Festmacher streiken heute! Schiffsabfertigung verzögert sich

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Der Job der Festmacher ist einer der traditionsreichsten und härtesten im Hamburger Hafen. Heute sollen rund 80 Beschäftigte ihre Arbeit niederlegen (Archivbild).

Der Job der Festmacher ist einer der traditionsreichsten und härtesten im Hamburger Hafen. Heute sollen rund 80 Beschäftigte ihre Arbeit niederlegen (Archivbild).

Foto: picture alliance/dpa | Axel Heimken

Sie sind für die Befestigung von Schiffen aller Größen im Hamburger Hafen zuständig. Löhne liegen zum Teil knapp über Mindestlohn.

Hamburg. Die Gewerkschaft Ver.di hat die Festmacher im Hamburger Hafen heute zu einem Warnstreik aufgerufen. Im Hafen drohen am Freitag somit erneut Verzögerungen bei der Schiffsabfertigung.

Grund für den Streik sind Tarifauseinandersetzungen bei der Festmacherfirma „Hamburg Lines Men“ (HLM). Rund 80 Beschäftigte des Unternehmens sollen von 16 bis 21 Uhr ihre Arbeit niederlegen.

Hamburg Hafen: Festmacher – Löhne knapp über Mindestlohn

Die Festmacher sind rund um die Uhr für die Befestigung von Schiffen aller Größen im Hamburger Hafen zuständig und tragen so wesentlich zum reibungslosen Warenumschlag bei. Nach einem jahrelangen unerbittlichen Preiskampf deckt die HLM jetzt etwa 90 Prozent des Hamburger Festmachermarktes ab. Fällt die Firma aus, können viele Schiffe nicht an- oder ablegen.

Nach Angaben der Gewerkschaft zahlt das Unternehmen bislang zum Teil Löhne, die knapp über dem Mindestlohn liegen. Durch Besitzstände komme es zu sehr großen Lohnspreizungen innerhalb der Mitarbeiterschaft.

Festmacher fordern gestaffelte Stundenlöhne zwischen 12 und 24,50 Euro

„Die Tarifkommission setzt sich jetzt dafür ein, die Niedrigtarife abzuschaffen und allen Beschäftigten erstmals nach mehreren Jahren einen Zuwachs zu verschaffen. Dazu hat das Unternehmen noch kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt. Deshalb ruft ver.di HH jetzt zum Streik auf“, erklärt Lars Stubbe, Gewerkschaftssekretär im Fachbereich Verkehr bei Ver.di Hamburg.

„Rund um die Uhr, bei Wind und Wetter verrichten die Kolleginnen und Kollegen eine sehr schwere und gefährliche Arbeit. Nach jahrelanger Durststrecke muss jetzt ein starker Schluck aus der Pulle her, damit sie nicht in der Altersarmut landen“, ergänzt Natale Fontana, Fachbereichsleiter Verkehr bei Ver.di Hamburg.

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Nach Informationen des Abendblatts fordern die Festmacher eine Monatsarbeitszeit von 173 Stunden, 15 Prozent Zuschläge auf den Monatslohn bei Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeit, eine Versorgungszulage von 500 Euro, sowie gestaffelte Stundenlöhne zwischen 12 Euro für Trainees und 24,50 Euro in der höchsten Lohngruppe. Zum Streik ist auch eine Kundgebung am Köhlbranddeich vorgesehen.

( mk )

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