Verbraucherpreise

Höchster Wert seit 2008: Inflation steigt auf 3,8 Prozent

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Die Inflation in Deutschland ist im Juli auf 3,8 Prozent gestiegen - so hoch wie 2008 nicht mehr. Wie ist die Teuerung zu erklären?

Berlin. Die Verbraucherpreise in Deutschland sind im Juli um voraussichtlich 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag (29. Juli) nach vorläufigen Ergebnissen mit. Damit überstieg die Inflation erstmals seit 2008 die Drei-Prozent-Marke.

Im Vergleich zum Vormonat Juni nahm die Teuerung nach Berechnungen der Wiesbadener Behörde um 0,9 Prozent zu. Im Mai war die Inflation noch auf 2,3 Prozent zurückgegangen.

Inflation: Mehrwertsteuersätze hatte großen Effekt

Laut der Statistiker ist für den starken Anstieg vor allem die coronabedingte Senkung der Mehrwertsteuersätze im Juli 2020 verantwortlich. Im Rahmen ihres Konjunkturpaketes hatte die Bundesregierung die Mehrwertsteuer Mitte 2020 vorübergehend auf 16 beziehungsweise 5 Prozent gesenkt, um in der Corona-Krise die Wirtschaft anzukurbeln.

Seit Januar 2021 sind die Mehrwertsteuersätze für fast alle Waren und Dienstleistungen wieder auf dem vorherigen Niveau: 19 beziehungsweise 7 Prozent. Waren und Dienstleistungen werden also tendenziell wieder teuer.

Teuerungsrate: Auch CO2-Bepreisung spielte eine Rolle

Die genaue Höhe des Basiseffekts sei aber nur schwer zu benennen, erklärte das Statistische Bundesamt. Denn auch andere Preiseffekte wirkten, zum Beispiel die CO2-Bepreisung. Seit Januar 2021 werden 25 Euro je Tonne CO2 fällig, das beim Verbrennen von Diesel, Benzin, Heizöl und Erdgas entsteht.

Vor einem Jahr waren zudem die Rohölpreise mit Ausbruch der Corona-Krise wegen geringer Nachfrage auf dem Weltmarkt eingebrochen. Seither haben sie sich erholt. Bei der Senkung der Mehrwertsteuersätze im Juli 2020 hatte der rein rechnerische Effekt bei minus 1,6 Prozentpunkten gelegen. Volkswirte rechnen nun mit weiteren Preissprüngen in den kommenden Monaten.

Energie wurde im Juli um 11,6 Prozent teurer

Energie verteuerte sich nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Juli, verglichen mit dem Vorjahr, um 11,6 Prozent. Nahrungsmittel wurden um 4,3 Prozent teuer. Der Preis für Dienstleistungen, darunter auch die Wohnungsmiete, erhöhte sich um 1,3 Prozent. (kat/dpa/AFP)

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