Schifffahrt

Explosion auf Hapag-Lloyd-Frachter – ein Raketenangriff?

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Hapag-Lloyd-Container im Hamburger Hafen. Das Unternehmen setzt weltweit auch gecharterte Frachter ein. Einer davon soll im Persischen Golf jetzt Ziel eines Raketenangriffs gewesen sein.

Hapag-Lloyd-Container im Hamburger Hafen. Das Unternehmen setzt weltweit auch gecharterte Frachter ein. Einer davon soll im Persischen Golf jetzt Ziel eines Raketenangriffs gewesen sein.

Foto: Angelika Warmuth / dpa

Schiff im Dienst der Reederei soll vor Dubai attackiert worden sein. Sicherheitsexperten glauben zu wissen, wer verantwortlich ist.

Hamburg.  Die Traditionsreederei Hapag-Lloyd hat mit dem Konflikt zwischen Israel und Iran eigentlich nichts zu tun. Und doch rückt eines ihrer Schiffe nun genau deshalb ins internationale Blickfeld. Ein libanesischer Fernsehsender, der dem Iran nahestehen soll, berichtete zu Wochenbeginn von einer Attacke auf den Frachter „CSAV Tyndall“. Die von Rolf Habben Jansen geführte Hamburger Reederei hat ihn gechartert. Auch israelische Medien griffen den Zwischenfall auf. Der Angriff soll sich in der Straße von Hormus vor der iranischen Küste ereignet haben. Wie der israelische Fernsehsender N12 berichtet, soll eine Rakete das Schiff getroffen haben.

Reederei bestätigt Explosion an Bord

Eine Sprecherin von Hapag-Lloyd sagte dem Abendblatt, dass es am Sonnabend an Bord des gut 300 Meter langen Containerfrachters zu einer Explosion gekommen sei. Die Hintergründe des Vorfalls würden nun untersucht. „Da wir nicht der Eigner, sondern der Charterer des Schiffs sind, werden wir nicht proaktive informiert und können derzeit nicht viel mehr dazu sagen“, so die Sprecherin. Die Besatzung der „CSAV Tyndall“ sei glücklicherweise unverletzt geblieben.

Das Containerschiff habe nach dem Vorfall planmäßig den zu Dubai gehörenden Hafen Jebel Ali angelaufen und liege dort derzeit weiterhin, sagte die Sprecherin. Die „CSAV Tyndall“ wird von Hapag-Lloyd auf der Route zwischen Häfen in der Türkei und in Griechenland sowie Häfen am Roten Meer und am Persischen Golf eingesetzt. Zum Zeitpunkt des Vorfalls in der Straße von Hormus war der Frachter auf dem Weg von Jeddah (Saudi-Arabien) nach Jebel Ali. Als Endpunkt der Reise war Jubail an der Ostküste von Saudi-Arabien vorgesehen.

Früherer Schiffseigner ist Israeli

Der frühere Besitzer der „CSAV Tyndall“ ist nach Informationen des Seefahrt-Blogs „Maritime Executive“ der Israeli Eyal Ofer. Deshalb sei es nach Einschätzung von Sicherheitsexperten wahrscheinlich, dass Iran hinter der Attacke stecke. Schon die Angriffe auf die israelischen Schiffe „Helios Ray“ und „Hyperion Ray“ in diesem Jahr seien Iran zugeschrieben worden, so „Maritime Executive“. Israel und Iran haben sich bereits mehrfach gegenseitig beschuldigt, Schiffe angegriffen zu haben. (HA)

( HA )

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