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Wunsch nach Eigenheim in Hamburg besonders stark ausgeprägt

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Ein Mann unterschreibt einen Kaufvertrag für ein Eigenheim. (Symbolbild)

Ein Mann unterschreibt einen Kaufvertrag für ein Eigenheim. (Symbolbild)

Foto: picture alliance

75 Prozent träumen von eigener Immobilie. Das ist der zweithöchste Wert aller Bundesländer. Was der Grund ist.

Hamburg. Mehr als zwei Drittel der Bundesbürger träumen von den eigenen vier Wänden, aber 47 Prozent können sich die Umsetzung nicht leisten. Das ist ein zentrales Ergebnis einer Befragung der Finanzberatung Swiss Life Select, die dem Abendblatt mit exklusiven Zahlen für Hamburg vorliegt. Je jünger die Studienteilnehmer sind, desto größer ist ihr Wunsch nach den eigenen vier Wänden. So wünschen sich 87 Prozent der 18- bis 29-Jährigen eine eigene Immobilie; bei den 30- bis 49-Jährigen sind es 69 Prozent.

Und in der Gruppe der über 50-Jährigen reduziert sich die Zahl auf 43 Prozent. Quer durch alle Altersklassen klagen die Menschen über fehlende finanzielle Mittel. Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es 50 Prozent, bei den 30- bis 49-Jährigen 43 Prozent und bei den über 50-Jährigen 48 Prozent. „Vielen Menschen fehlt zum Beispiel das notwendige Eigenkapital“, sagt Stefan Kuehl, Geschäftsführer von Swiss Life Select.

Der Wunsch nach einem Eigenheim hat vielfältige Gründe

Ob der Wunsch nach den eigenen vier Wänden ausgeprägt ist und die finanziellen Mittel vorhanden sind, hängt stark vom Bundesland ab. Bei den Hamburgern träumen 75 Prozent der Befragten von der eigenen Immobilie: Rang zwei nach den Baden-Württembergern (77 Prozent). Konkrete Pläne, eine Immobilie in den nächsten fünf Jahren zu erwerben, haben 29 Prozent der befragten Hamburger, damit liegt die Stadt auf Rang zwei hinter Bremen (33 Prozent).

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Der Wunsch nach einem Eigenheim hat vielfältige Gründe: Die Menschen versprechen sich eine höhere Lebensqualität, mehr Selbstbestimmung und sehen in dem Haus oder der Wohnung einen wichtigen Baustein für ihre Altersvorsorge. Für fast jeden dritten Befragten in Hamburg (31 Prozent) sind die steigenden Mieten der Hauptgrund für den Immobilienerwerb. Das ist wenig überraschend, schließlich berichten 32 Prozent, dass sie mindestens 50 Prozent des Haushaltsnetto-Einkommens fürs Wohnen auszugeben. Deutschlandweit liegt dieser Wert bei 23 Prozent.

Die Hamburger zieht es weiter verstärkt ins Umland

Übrigens sind die aktuell günstigen Finanzierungsmöglichkeiten nicht ausschlaggebend für den Eigenheim-Wunsch. Nur neun Prozent der Befragten aus Hamburg erwägen wegen der niedrigen Kreditzinsen den Umzug in die eigene Immobilie. Mehr Platz für sich und ihre Familien erhoffen sich vier Prozent. Durchschnittlich stehen ihnen in der Hansestadt aktuell 74 Quadratmeter als Wohnraum zur Verfügung, bundesweit sind es 95 Quadratmeter. Die Hamburger wünschen sich aber 112 Quadratmeter. Für 33 Prozent ist zudem ein Garten oder ein Balkon ein wichtiger Grund, um sich etwas zu kaufen.

Und die Hamburger zieht es weiter verstärkt ins Umland. „Viele unserer Kunden sehnen sich nach mehr Platz im Grünen, entweder im Speckgürtel oder auf dem Land. Dort sind die Objekte erschwinglich und ein zunehmender Anteil an Homeoffice-Möglichkeiten reduziert längere Anfahrtswege in die Arbeit“, sagt Kuehl. So leben 34 Prozent der bundesweit Befragten in einer Großstadt, aber nur 53 Prozent von ihnen wollen dort bleiben. Die anderen möchten entweder in die Speckgürtel oder in den ländlichen Raum. Einen ähnlichen Trend gibt es bei Kleinstädtern. 24 Prozent der Befragten leben in kleinen Städten, nur 55 Prozent von ihnen möchten dort bleiben.

( ode )

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