Firmenporträt

Diese Hamburger machen aus Büros „Erlebniswelten“

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Ulrich Gaßdorf
Die Apoprojekt-Chefs Hendrik von Paepcke und Alexander Knälmann.

Die Apoprojekt-Chefs Hendrik von Paepcke und Alexander Knälmann.

Foto: Andreas Laible / Andreas Laible / FUNKE Foto Services

Alexander Knälmann und Hendrik von Paepcke bauen Büros aus – und um. Inzwischen haben sie rund 420 Angestellte.

Hamburg. Die eigene Firmenzentrale von Alexander Knälmann und Hendrik von Paepcke liegt im historischen Brahmskontor am Holstenwall. Hier aus den lichtdurchfluteten Räumen heraus, steuern die beiden Geschäftsführer ihre Apoprojekt GmbH. Von der Terrasse aus kann man die Elbphilharmonie sehen, und hier wird – natürlich nicht zur Corona-Zeit – regelmäßig mit den Mitarbeitern gegrillt oder ein Feierabendbier getrunken.

Inzwischen arbeiten rund 420 Angestellte für das Unternehmen an sechs deutschen Standorten, das sich auf den mieterspezifischen Innenausbau von Gewerbeflächen, aber auch auf die Neuausrichtung von bestehenden Büros spezialisiert hat. „Als wir unser Unternehmen vor 14 Jahren gegründet haben, hätten wir nie gedacht, dass sich unsere Apoprojekt zu einer der am schnellsten wachsenden Firmen in der Immobilienbranche entwickelt“, sagt Knälmann.

Zwei Großaufträge in und aus Hamburg für die Büro-Veredler

Im Gespräch mit dem Abendblatt präsentierten die beiden Geschäftsführer ihre neuesten Großprojekte in Hamburg. Die Firma Enerparc, die auf Solarenergie spezialisiert ist, hat Apoprojekt als Generalunternehmer mit dem Ausbau und der technischen Gebäudeausrüstung für ihren neuen Unternehmenssitz im Quartier Elbbrücken in der HafenCity verpflichtet. Der Neubau wird sieben Etagen und rund 9700 Quadratmeter Fläche haben. Der Ausbau soll noch im Sommer dieses Jahres beginnen und wird bis zu acht Monate dauern.

„Der Anspruch an Klimaneutralität, aber auch die hohen Anforderungen an den Nutzerkomfort und die moderne technische Ausstattung der Arbeitsplätze machen dies zu einem herausfordernden und spannenden Vorhaben für unser Team“, sagt Alexander Knälmann. Und das ist nicht der einzige Großauftrag in der Hansestadt.

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Auch der Energieversorger Lichtblick SE hat Apoprojekt den Zuschlag für die Realisierung eines Nutzerkonzeptes für seinen neuen Firmensitz erteilt. Das Unternehmen zieht voraussichtlich im Herbst 2022 vom Zirkusweg auf St. Pauli in das „ConneXion Office“ am Klostertor und wird rund 8000 Quadratmeter in dem zehngeschossigen, von der Becken Holding entwickelten Neubau beziehen. Auch hier setzt Apoprojekt auf „ressourcenschonende Materialien sowie die modernste technische Ausstattung“.

"Nach der Pandemie werden die Menschen in die Büros zurückkehren"

Aber werden überhaupt in Zukunft noch große Büroflächen gebraucht? In Zeiten von Corona setzen die Firmen fast ausschließlich auf Homeoffice, auch bei Apoprojekt sind beim Abendblatt-Gespräch kaum Mitarbeiter zu sehen. „Nach der Pandemie werden die Menschen wieder in die Büros zurückkehren. Es wird sicherlich weiter auch Home­office geben, und gerade deshalb müssen die Büros mehr denn je Wohlfühlorte sein. Es werden neue Ansprüche an die Flächen gestellt werden. Die Firmen werden Erlebniswelten kreieren, und da sind wir natürlich als Dienstleister gefragt“, sagt Knälmann.

Das Wichtigste sei immer, neue Trends zu setzen und die Bedürfnisse der Kunden von Tag zu Tag mehr zu verstehen, ergänzt von Paep­cke. Ein Büro sei ein Ort der Begegnung und könne nicht ausschließlich durch Videokonferenzen ersetzt werden. Und die beiden Firmengründer setzen in ihrem eigenen Unternehmen auf „flache Hierarchien, Kommunikation auf Augenhöhe, und bei uns sollen gern Fehler kommuniziert werden, nur so können wir uns verbessern“, sagt Knälmann. Zum Teambuilding gehören auch regelmäßige Veranstaltungen für die Mitarbeiter. Die mussten wegen Corona ausfallen. Aber das soll nachgeholt werden, sobald wieder gefeiert werden darf.

Knälmann und von Paepcke entdeckten eine Marktlücke

Angefangen hat alles mit einem Innovationsstammtisch. Die beiden Firmengründer kannten sich aus dem Studium und trafen sich regelmäßig bei Vapiano an der Rothenbaumchaussee zu Wein und Pasta und kamen zu dem Entschluss, dass „es eine Marktlücke gibt, und das ist der gewerbliche Innenausbau zum Festpreis und eine erste Planung nach 24 Stunden“, sagt von Paepcke.

Im Innenausbau sammelte übrigens Alexander Knälmann die ersten Erfahrungen seit 2003 bei dem Ausbau der Falken-Apotheke seiner Frau Stefanie an der Hoheluftchaussee und realisierte danach weitere Apothekenprojekte, bevor er dann das große Rad gemeinsam mit Hendrik von Paepcke drehte.

Büro-Ausbau: 250 Millionen Euro Jahresumsatz

Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Hamburg und ist in Berlin, München, Düsseldorf, Frankfurt am Main und Stuttgart mit eigenen Büros vertreten. Jährlich realisiert Apoprojekt rund 400 Projekte und konnte im vergangenen Jahr einen Gesamtumsatz von rund 250 Millionen Euro verzeichnen. Zu den Kunden zählen die Autovermietung Sixt und die Allianz in München – hier steht der Innenausbau von rund 50.000 Qua­dratmeter Fläche kurz vor dem Abschluss.

Und Apoprojekt baut nicht nur Büros aus, sondern realisiert auch luxuriöse „Co-Working“-Flächen in der Hamburger Innenstadt am Ballindamm sowie Fitnessstudios. Aber auch die Ausstattung von Wohnungen in der HafenCity ist mal dabei. Und es gibt noch ein weiteres Geschäftsfeld: Das neue elegante Hotel Breitenburg in der Nähe von Itzehoe wird die Handschrift von Apoprojekt tragen. Bald ist es so weit: Die Eröffnung des Hauses direkt am Golfplatz mit 80 Zimmern, Spa und Restaurant ist für Herbst 2021 geplant.

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