Hamburger Handelskonzern

Deshalb plant die Otto Group eine Großinvestition bei Hermes

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Konzernchef Alexander Birken stellt am Mittwoch die Strategien der Hamburger Otto Group vor (Archivbild).

Konzernchef Alexander Birken stellt am Mittwoch die Strategien der Hamburger Otto Group vor (Archivbild).

Foto: Andreas Laible

Der Konzern nimmt eine Umstrukturierung vor. In den nächsten Jahren solle ein Millionenbetrag investiert werden. Die Hintergründe.

Hamburg. Die Hamburger Otto Group krempelt die Logistikstrukturen für den E-Commerce-Bereich um. In den nächsten Jahren werde ein „mittlerer dreistelliger Millionenbetrag“ investiert, bestätigte ein Sprecher auf Anfrage.

Für die wichtigste Konzerngesellschaft Otto.de sowie den Onlinehändler Mytoys setzt der Handels- und Dienstleistungskonzern auf ein Konzept mit zwei Standorten, an denen erstmals Waren beider Unternehmen gemeinsam abgewickelt werden. Die Gruppe will damit den wachsenden Liefermengen Rechnung tragen und die Zustellgeschwindigkeit erhöhen, um im Wettbewerb mit Amazon mithalten zu können.

Neues Logistikzentrum im Ausland geplant

Das bisherige Mytoys-Logistikzentrum im hessischen Gernsheim soll dafür bis Ende 2023 bei laufendem Betrieb erweitert werden. Geplant ist zudem ein weiterer Standort, der im Laufe des Jahres 2024 in Zentraleuropa gebaut werden soll. Zum genauen Standort äußerte sich das Unternehmen mit dem Verweis auf laufende Verhandlungen noch nicht. Betreiber der Logistikzentren wird Hermes Fulfilment sein.

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Hinter den Plänen steht auch der wachsende Kostendruck. Ursprünglich wollte die Gruppe für Otto.de ein 300 Millionen teures Logistikzen­trum in Gießen errichten. Diese Pläne wurden wegen zu hoher Kosten gestoppt. Unklar ist, was aus den kleineren Logistikstandorten in Haldensleben-Südhafen und in Altenkunstadt wird. Angaben des Sprechers zufolge sollen die Mietverträge verlängert werden, um dort „Alternativgeschäft abzuwickeln“.

Otto plant Millionen-Investitionen in Hermes-Paketdienst

Mit einer weiteren Finanzspritze will die Otto Group auch das Paketgeschäft von Hermes Germany fit für die Zukunft machen. Das Familienunternehmen plant demnach die Investition eines weiteren „niedrigen dreistelligen Millionenbetrags“.

Der Konzern hat durch die Corona-Pandemie starken Rückenwind – so legte allein Otto.de beim Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr um eine Milliarde Euro auf 4,5 Milliarden Euro zu. Die Erlöse bei Hermes wuchsen um 33,9 Prozent. Am Mittwoch stellt Konzernchef Alexander Birken die Ergebnisse des abgelaufenen Geschäftsjahres 2020/21 vor und berichtet über Strategie und Pläne.

( mik )

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