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Hamburg verliert Wahrzeichen Dock 10 von Blohm+Voss

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Martin Kopp
Dock 10 von Blohm+Voss verlässt Hamburg

Dock 10 von Blohm+Voss verlässt Hamburg

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Schlepper ziehen das Dock samt dem Schiff darin zur Weser. Verantwortlich dafür ist ein Scheich. Doch es gibt Hoffnung auf Rückkehr.

Hamburg wird um eine Tradition ärmer. Das berühmte Dock 10, Wahrzeichen der Werft Blohm+Voss, verlässt die Stadt. Am Donnerstagnachmittag wurde das markante Bauwerk, auf das der Blick von den St. Pauli-Landungsbrücken immer als erstes fällt, von der Werft gelöst und weggezogen.

Vier Hochseeschlepper waren im Einsatz, Sie werden das Dock nach Berne bei Bremen schleppen, wo der Mutterkonzern von Blohm + Voss, die Firma Lürssen, ihren Hauptsitz hat. Über Nacht geht es die Elbe hinab, hinaus auf die Nordsee und in die Wesermündung wieder hinein. Am späten Freitagnachmittag wird das Dock dort erwartet. Es ist das erste Mal, dass es Hamburg verlässt.

Scheich will Megayacht bei Lürssen fertig bauen lassen

Urheber der aufwändigen Verlegung ist der Auftraggeber einer Yacht, die in dem Dock derzeit gebaut wird. Es handelt sich um Scheich Mansour Bin Zayed Al Nahyan aus Abu Dhabi. Er wünscht, dass die Auslieferung seines schwimmenden Palasts am Lürssen-Hauptsitz stattfindet. Diesem Wunsch wollte die Werft gerne nachkommen, ist doch beim Auftrag bisher vieles schief gelaufen.

2018 war der Bau der rund 146 Meter langen Yacht auf der Lürssen-Werft kurz vor der Fertigstellung in Brand geraten. Mehr als drei Docks des Luxusschiffes mit dem Namen „Sassi 2“ wurden in Mitleidenschaft gezogen zudem das Schwimmdock von Lürssen in Berne. Das Schiff konnte dort nicht weitergebaut werden, und so kam es nach Hamburg ins Dock 10.

Yacht verlässt Hamburg mit dem Dock

Jetzt verlässt die Yacht die Hansestadt wieder, mit dem Dock. Kurz vor 17 Uhr ging es los. Die Wasserschutzpolizei hatte die Elbe abgesperrt, damit de maritime Schwerlastzug seine Reise ungehindert antreten konnte.

Allzu traurig müssen die Hamburger aber nicht sein: Blohm + Voss erhält sein Wahrzeichen zurück. Nach der Auslieferung der „Sassi 2“ soll das Schwimmdock in die Hansestadt zurückgeschleppt werden. Das wird aber nicht vor 2022 der Fall sein. Bis dahin, müssen die Hamburger das ungewohnte Stadtbild mit der Lücke an der Elbe ertragen.

13 Millionen Euro in Überdachung des Docks investiert

Inzwischen soll die Superyacht im Verborgenen an der Weser weitergebaut werden. Lürssen hat dazu extra 13 Millionen Euro investiert, um das Dock zu überdachen. „Das Dach ermöglicht es uns, das Leistungsspektrum für bestehende und potenzielle Kunden von Yachten, Marine- und Kreuzfahrtschiffen deutlich zu erweitern“, sagte der Aufsichtsratschef von Blohm+ Voss, Klaus Borgschulte, im November vergangenen Jahres. Zugute kommen soll das schließlich wieder dem Standort Hamburg.

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Hier wird Europas größtes überdachtes Schwimmdock dann auch wieder gebraucht. Denn dann sollen hier für die Deutsche Marine Fregatten eines völlig neuen Typs gebaut werden. Und die Marine ist ein Auftraggeber, der sich beim Bau auch nicht gern über die Schulter blicken lässt.

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