Immobilien

Deutlich weniger Mietshäuser in Hamburg verkauft

| Lesedauer: 2 Minuten
Steffen Preißler
Im vergangenen Jahr wurden in Hamburg deutlich weniger Mietshäuser verkauft als in den Vorjahren (Symbolbild).

Im vergangenen Jahr wurden in Hamburg deutlich weniger Mietshäuser verkauft als in den Vorjahren (Symbolbild).

Foto: picture alliance / Zoonar | elxeneize

Die Zahl der Abschlüsse ist im vergangenen Jahr um fast 25 Prozent gesunken. Ein Hamburger Immobilienexperte nennt die Gründe.

Hamburg.  Sie gelten als begehrte Anlageobjekte für vermögende Hamburger: Sogenannte Zinshäuser ermöglichen den Erwerb von Eigentumswohnungen im Paket, denn es handelt sich um Mehrfamilienhäuser, in denen die Wohnungen vermietet werden. Die Corona-Pandemie hat dazu geführt, dass im vergangenen Jahr rund 25 Prozent weniger solcher sogenannten Zinshäuser in Hamburg verkauft wurden, wie aus einer aktuellen Auswertung des Hamburger Immobiliendienstleisters Engel & Völkers hervorgeht. Statt 506 wechselten nur noch 382 dieser Zinshäuser den Besitzer. Die neuen Eigentümer bezahlten für die Objekte insgesamt 1,45 Milliarden Euro, also 3,8 Millionen pro Mietshaus.

Mietshäuser in Zeiten niedriger Zinsen besonders begehrt

„Insgesamt lassen sich das deutlich geringere Transaktionsvolumen und die Anzahl der Abschlüsse in der Besonderheit des Jahres 2020 begründen“, sagt Oliver Ihrt, Leiter Wohn- und Geschäftshäuser bei Engel & Völkers Commercial. Gefühlt hätten in dem zurückliegenden Jahr aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie zwei bis drei Monate an Geschäftsaktivitäten gefehlt. Nach seiner Einschätzung konnte die zweite Jahreshälfte das ruhigere Frühjahr nicht ausgleichen.

In Zeiten historisch niedriger Zinsen sind Mietshäuser besonders begehrt, denn sie versprechen regelmäßige Einnahmen. Daran ist den Investoren, zu denen auch Versicherungen und Banken gehören, besonders gelegen. Denn sichere Anleihen wie eine Bundesanleihe bringen keine Zinsen mehr, sonders haben eine negative Rendite. Bei einer zehnjährigen Bundesanleihe sind das pro Jahr aktuell minus 0,23 Prozent.

Im Schnitt 3840 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche für Anleger

So überrascht es nicht, dass zwar weniger Objekte verkauft wurden, aber der ermittelte Preisindex von 216 auf 233 gestiegen ist. Seit 2010 sind die Preise für Mehrfamilienhäuser in Hamburg damit um 133 Prozent gestiegen. Inzwischen dauert es fast 30 Jahre, bis die Anleger mit der Jahresnettokaltmiete den Kaufpreis wieder eingespielt haben. Der entsprechende Mietpreisfaktor lag im vergangenen Jahr bei 29,6, nachdem für 2019 noch ein Wert von 27,8 ermittelt wurde.

Im Schnitt haben die Anleger nach neuen Berechnungen 3840 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche bezahlt und kommen so rund 20 Prozent günstiger an Wohnungen im Vergleich zum Einzelerwerber, der nur eine Eigentumswohnung kauft. Die Zahlen beruhen auf Daten des Gutachterausschusses, der Kaufverträge auswertet und damit die tatsächlichen Verkaufspreise zur Verfügung hat. Die meisten Zinshäuser wurden in Winterhude (17), Harburg (16) und Wandsbek (15) verkauft.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Wirtschaft