Städte-Vergleich

Immobilien in Hamburg: Mieten ist attraktiver als Kaufen

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Volker Mester
Nicht nur in der HafenCity in Hamburg entstehen neue Eigentumswohnungen. Laut einer Analyse des Immobilienportals Immowelt ist Mieten in Hamburg jedoch attraktiver als Kaufen.

Nicht nur in der HafenCity in Hamburg entstehen neue Eigentumswohnungen. Laut einer Analyse des Immobilienportals Immowelt ist Mieten in Hamburg jedoch attraktiver als Kaufen.

Foto: Michael Rauhe

Nach einem Rechenbeispiel des Portals Immowelt spart eine Familie 440 Euro im Monat. Wann Experten dennoch zum Kauf raten.

Hamburg.  Die kräftig steigenden Immobilienpreise stellen viele Hamburger vor diese Frage: Lohnt es sich noch, eine Wohnung zu kaufen, oder ist Mieten aktuell sinnvoller? Eine Analyse des Immobilienportals Immowelt für 75 deutsche Großstädte zeigt jetzt, wie groß jeweils die Unterschiede in der monatlichen Belastung durch die Miete oder die Tilgungsrate beim Wohnungskauf sind. Demnach gehört Hamburg zu den drei Städten, in denen der Kauf am unattraktivsten zu sein scheint.

Für die Analyse wurden die monatlichen Raten auf Grundlage von auf Immowelt.de veröffentlichten Angebotspreisen (Miete und Kauf) für eine „familientaugliche Wohnung“ zwischen 80 und 120 Quadratmetern berechnet. In Hamburg beträgt die durchschnittliche Kaltmiete für eine solche Wohnung 1240 Euro, die sogenannte Annuität – Zinsen und Tilgung eines Hypothekendarlehens – aber sogar 1680 Euro. Die Miete ist somit um 440 Euro günstiger als der Kauf.

Immobilien-Studie: Kaufen ist in Hamburg unattraktiv

Nur in München (660 Euro) und in Potsdam (520 Euro) fällt diese Differenz noch höher aus als in Hamburg. Insgesamt ist die finanzielle Belastung durch die Miete in 51 der 75 Großstädte geringer als die monatliche Tilgungsrate.

In den besonders beliebten Großstädten hätten sich die Kaufpreise so weit von den Mieten entfernt, „dass für viele Familien der Immobilienkauf nicht mehr realisierbar ist – trotz niedriger Zinsen bei kurzer Darlehensdauer“, heißt es von den Autoren der Immowelt-Untersuchung.

Mieten sind weniger als Wohnungspreise gestiegen

Tatsächlich haben sich die Wohnungsmieten in Hamburg laut des Statistikportals Statista in den zurückliegenden fünf Jahren um knapp 17 Prozent auf 11,46 Euro pro Quadratmeter erhöht, während die jüngste Marktuntersuchung der LBS Schleswig-Holstein-Hamburg einen Anstieg der Wohnungspreise im gleichen Zeitraum um 56,5 Prozent auf durchschnittlich 5723 Euro je Quadratmeter ausweist.

Bei dem Immowelt-Vergleich ist zu berücksichtigen, dass dort eine 100-Prozent-Finanzierung mit einer Laufzeit von 15 Jahren mit einem Zinssatz von 1,6 Prozent und einer anfänglichen Tilgungsrate von 2,0 Prozent angenommen wurde. In vielen Fällen erfolgt der Kauf aber mit einem Eigenkapitalanteil von 20 Prozent oder mehr.

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Trotz der hohen Kaufpreise habe der Erwerb von Wohneigentum viele Vorteile, nicht zuletzt in Hinbl ick auf die Altersvorsorge, sagt Jan-Carl Mehles, Leiter der Immowelt-Marktanalyse: „Die eigenen vier Wände bieten neben hoher Sicherheit auch einen langfristigen Vermögensaufbau. Das gilt besonders für beliebte Regionen und Städte wie Hamburg, auch wenn die hohen Preise hier eine gewisse Hürde darstellen.“

Ganz ähnlich sieht das Ulrike Zobel, Baufinanzierungsexpertin der Haspa: „Wer regional verankert ist, gerne langfristig plant und für das Alter vorsorgen will, für den ist eine eigene Immobilie meist eine gute Lösung.“ Außerdem sei Wohneigentum „die einzige Form der Altersvorsorge, die man sofort nutzen kann“, so Zobel.

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