Verhandlungen

Scheitert die Tarifrunde in der Metallindustrie?

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Der Präsident der NRW-Metallarbeitgeber, Arndt Kirchhoff, ist alamiert.

Der Präsident der NRW-Metallarbeitgeber, Arndt Kirchhoff, ist alamiert.

Foto: dpa

Die Arbeitgeber warnen die Gewerkschaft vor einem Scheitern der Einigung. Heute kommt es zu den entscheidenden Verhandlungen.

Hamburg. Vor dem erneuten Einigungsversuch im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie haben die Arbeitgeber vor einem Scheitern der Verhandlungen gewarnt. „Wir müssen Regelungen finden, die einfach und unbürokratisch in den Betrieben umsetzbar sind“, sagte der Präsident des Verbands der Metall- und Elektroindustrie Nordrhein-Westfalen, Arndt Kirchhoff.

Er forderte die IG Metall auf, bei den Verhandlungen am heutigen Montag in Düsseldorf „ein starkes Signal einer verlässlichen Tarifpartnerschaft zu setzen“. Gelingt dies nicht, „können die Verhandlungen auch scheitern“, sagte Kirchhoff. Nordrhein-Westfalen gilt als Pilotbezirk der IG Metall. Ein Ergebnis würde auch in Hamburg und Schleswig-Holstein übernommen.

Tarifkonflikt: Wille zu Einigung von IG Metall erwartet

Die Corona-Pandemie habe Deutschland fest im Griff. In dieser Ausnahmesituation hätten die Tarifpartner die Pflicht, dem wichtigsten Industriezweig Deutschlands Orientierung, Halt und langfristige Planungssicherheit zu geben, sagte Kirchhoff.

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„Deshalb erwarte ich jetzt von der IG Metall den Willen zu einer Einigung am Verhandlungstisch.“ Die Arbeitgeber stünden bereit, alle Möglichkeiten für eine Lösung der Tarifrunde 2021 auszuloten. Ganz vorne stehe die Sicherung von Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätzen. Deshalb seien „tragfähige und kluge Lösungen zu Entgelt und Laufzeit“ nötig.

Arbeitgeber und IG Metall setzen Gespräche fort

Das Treffen am Montag ist bereits die siebte Verhandlungsrunde. Am vergangenen Freitag waren die Arbeitgeber und IG Metall nach rund zwölfstündigen Verhandlungen ohne Ergebnis auseinandergegangen. Die Arbeitgeber hatten für 2021 eine Einmalzahlung von 350 Euro angeboten. Die Gewerkschaft wies dies als „völlig unzureichend zurück“.

Weil es auf anderen Gebieten aber Annäherungen gab, hatte sich die Gewerkschaft zur Fortsetzung der Gespräche bereit erklärt. Einen Abschluss „um jeden Preis“ werde es aber nicht geben, so Gewerkschaftschef Jörg Hofmann. Insbesondere beim Entgelt müssten die Arbeitgeber „deutlich nachlegen“. Die Gewerkschaft fordert für die 3,8 Millionen Beschäftigten im Volumen vier Prozent mehr, dies muss nicht zwangsläufig Geld sein, sondern es kann sich in Teilen auch um Freizeit handeln.

( dpa/HA )

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