Arbeitsplatz

Corona-Krise: So stark ist Burn-out-Gefahr zuletzt gestiegen

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Tobias Kisling
Wirtschaftsweise korrigieren BIP-Prognose nach unten

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Die Corona-Pandemie hat Deutschland weiter fest im Griff - allerdings geben Impfungen und eine mögliche Öffnung der Wirtschaft Anlass zur Hoffnung: Die sogenannten Wirtschaftsweisen rechnen 2021 mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 3,1 Prozent.

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Immer mehr Beschäftigte fühlen sich in der Krise ausgebrannt. Nun hat eine Studie die Burn-out-Gefahr in der Corona-Krise untersucht.

Berlin. Immer mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer fühlen sich in der Corona-Pandemie ausgebrannt. Das ist das Ergebnis des diesjährigen Engagement Index des Marktforschungsinstituts Gallup.

Demnach ist die Burn-out-Gefahr während der Pandemie sprunghaft angestiegen: Gab bei der Befragung im Jahr 2019 mit 26 Prozent noch rund jeder Vierte an, sich aufgrund von Arbeitsstress innerlich ausgebrannt zu fühlen, war es im Corona-Jahr 2020 mit 35 Prozent schon mehr als jeder Dritte.

Corona-Krise: Ansteckungsangst als Burn-out-Treiber

„Es gibt bestimmte Gruppen, die besonders betroffen sind. Das sind zum einen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die vor Ort arbeiten. Zum anderen sind es Beschäftigte, die im Kundenkontakt stehen“, sagte Studienleiter Marco Nink.

Sowohl die Angst vor der Ansteckung mit dem Virus als auch eine höhere Arbeitsbelastung seien Treiber der Burn-out-Gefahr.

Emotionale Bindung zum Unternehmen entscheidend

Einen Zusammenhang sehen die Marktforscher zwischen der Burn-out-Gefahr und der emotionalen Bindung der Beschäftigten zum Arbeitgeber.

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Während bei Mitarbeitern, die eine hohe Bindung zum Unternehmen aufweisen, nur rund jeder vierte Befragte das Gefühl hatte, ausgebrannt zu sein, war es bei Beschäftigten ohne emotionale Bindung jeder zweite, der die Sorge äußerte.

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„Ausgerechnet diejenigen weisen eine höhere Burn-out-Gefahr auf, die schon vor der Pandemie weniger engagiertes Führungsverhalten erlebt haben“, sagte Pa Sinyan, der das Europageschäft von Gallup leitet. Dies gelte verstärkt für Beschäftigte in der Produktion.

Wechselbereitschaft ist in der Krise gestiegen

Insgesamt hat die Pandemie der Studie zufolge die Arbeitnehmer im Umgang mit ihrem Arbeitgeber gespalten. Einerseits fühlen sich 17 Prozent der Befragten ihrem Unternehmen emotional verbunden – ein Spitzenwert in der für seit 2001 jährlich erhobenen repräsentativen Befragung. Andererseits sei die Wechselbereitschaft angestiegen.

Keine Bindung zu ihrem Unternehmen verspüren 15 Prozent der Befragten – hochgerechnet entspricht das rund 5,7 Millionen Arbeitnehmern, die innerlich gekündigt haben.

Das hat Folgen: Mehr Fehltage kommen zusammen, es werden weniger Ideen geäußert und mehr Fehler gemacht, sagen die Marktforscher. Den volkswirtschaftlichen Schaden dahinter beziffert Gallup in Deutschland auf bis zu 113,9 Milliarden Euro – pro Jahr.

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