Kartellamt

Edeka bekommt grünes Licht für Übernahme von 51 Real-Märkten

Edeka-Chef Markus Mosa in der Obst- und Gemüseabteilung eines Edeka-Markts

Edeka-Chef Markus Mosa in der Obst- und Gemüseabteilung eines Edeka-Markts

Foto: Daniel Bockwoldt / picture alliance / dpa

Hamburger Supermarktkette darf weiter wachsen. Doch dem Kartellamt macht die immer größere Marktmacht der Hanseaten Sorge.

Hamburg/Bonn. Das Bundeskartellamt hat Deutschlands größtem Lebensmittelhändler Edeka grünes Licht für die Übernahme von bis zu 51 Real-Filialen gegeben. Allerdings muss der Hamburger Handelsriese an sechs Standorten wegen wettbewerbsrechtlicher Bedenken Teilflächen für mindestens zehn Jahre an Wettbewerber vermieten oder eigene Standorte vorher schließen, wie die Behörde am Mittwoch mitteilte.

Ursprünglich hatte Edeka sogar bis zu 72 Filialen vom Real-Eigentümer SCP übernehmen wollen. An 21 Standorten scheiterten die Pläne des Handelsriesen jedoch an wettbewerbsrechtlichen Bedenken des Kartellamtes. „Wir müssen sicherstellen, dass Verbraucherinnen und Verbraucher auch in Zukunft zwischen verschiedenen Lebensmittelhändlern auswählen können. Diese Auswahlmöglichkeit erzeugt Wettbewerbsdruck auf die Anbieter und sorgt so für bessere Preise, Auswahl und Qualität“, begründete Kartellamtspräsident Andreas Mundt die Haltung der Wettbewerbshüter. „Wir hatten bei einer Reihe von Standorten die Sorge, dass Edeka mit der Übernahme in den jeweiligen regionalen Märkten zu stark würde.“

Sorge über Einkaufsmacht von Edeka

Sorgen machte dem Bundeskartellamt außerdem die durch die Übernahmen weiter wachsende Einkaufsmacht des Handelsriesen. Die bedingte Freigabe sei nur deshalb möglich gewesen, weil sich SCP verpflichtet habe, Real-Standorte mit einem Absatzvolumen von rund 430 Millionen Euro an mittelständische Lebensmittelhändler zu veräußern, betonte Mundt. Damit blieben alternative Absatzwege für die Hersteller erhalten.

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Der russische Finanzinvestor SCP hatte die angeschlagene SB-Warenhauskette Real mit ihren rund 270 Märkten im vergangenen Jahr von der Metro erworben, um sie zu zerschlagen und weiterzuverkaufen. SCP begrüßte die Entscheidung des Bundeskartellamtes. Sie stelle einen „weiteren Meilenstein im Verkaufsprozess“ dar.

( dpa/HA )

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