Automatisierung

Digitaler Drogeriemarkt: Wie Roboter bei dm Einzug halten

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Mehr als ein Wischmopp: Reinigungsroboter "Franzi"

Mehr als ein Wischmopp: Reinigungsroboter "Franzi"

In der Münchner Klinik Neuperlach sorgt Reinigungsroboter "Franzi" für saubere Böden, aber auch für gute Laune. Mit lustigen Sprüchen bringt das Gefährt Personal wie Patienten zum Lachen.

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Erledigen Roboter bald den Einkauf? Was nach Zukunft klingt, erforscht derzeit die Uni Bremen – in einer nachgebauten dm-Filiale.

Berlin/Bremen. Roboter könnten bald fester Bestandteil des Einkaufserlebnisses bei der Drogeriekette dm werden. Das Unternehmen arbeitet gemeinsam mit der Universität Bremen daran, Einzel- und Onlinehandel zusammenzubringen. Und dabei könnten Roboter eine tragende Rolle spielen.

Das Projekt heißt „Knowledge4Retail“ (etwa: „Wissen für den Einzelhandel“), und in seinem Zentrum steht der „Donbot“, ein autonom fahrender Roboter, der mit Laserscanner, 3D-Kamera, Sensoren und einem Arm ausgestattet ist, wie es in einer Mitteilung des Forschungsverbundes U Bremen Research Alliance heißt.

In seiner Erscheinung ähnelt der „Donbot“ dabei ein klein wenig dem Nasa-Rover Perseverance, der am Donnerstag auf dem Mars landete. Der dreht seine Runden durch den roten Sand – der „Donbot“ fährt durch eine eigens nachgebaute dm-Filiale an der Uni Bremen.

Roboter bei dm: Mit Freunden zum digitalen Einkaufsbummel

Die Idee hinter dem „Donbot“: Kunden und Kundinnen sollen im Internet ihre dm-Filiale vorfinden können, die Roboter detailliert nachgebildet und mit Produktinformationen verknüpft haben.

Über eine App sollen Nutzende ein gewünschtes Produkt ansteuern können, sich informieren, und gegebenenfalls einkaufen. Selbst ein digitaler Einkaufsbummel mit Freunden im virtuellen dm-Geschäft soll möglich sein.

Sorgen, dass demnächst Kunden und Kundinnen demnächst von Maschinen bedient werden, sind dabei nicht angebracht. Die Beratung vor Ort sei ein zentraler Mehrwert, den der Einzelhandel bieten könne, erklärt Roman Melcher, der als dm-Geschäftsführer im Unternehmen für das Ressort IT verantwortlich ist, unserer Redaktion. "Dabei geht es bei der Forschung nicht darum Menschen zu ersetzen, sondern viel mehr darum, wie wir beide Welten sinnvoll verbinden und ergänzen können."

Roboter in dm-Filialen: Ausrichtung auf Kundenbedürfnisse

Auch für das Unternehmen hat so eine digitale Filiale Vorteile: Über das Projekt sollen Regionalleiter ihren Bestand prüfen können und abfragen, wann welches Produkt in welcher Filiale nachgefragt ist.

So sollen die Filialen ihr Sortiment an die Bedürfnisse ihrer Kunden anpassen können. Auch der Aufbau der ganz analogen Filialen soll mit dem Projekt verbessert werden können.

Die Roboter, die aus dem Projekt hervorgehen könnten, sollen den Mitarbeitenden in den Filialen zudem eines Tages helfen, die Regale zu bestücken. "Das Forschungsprojekt 'Knowledge 4 Retail' dient unter anderem dazu, digitale und analoge Elemente zu verbinden, um so unsere Kolleginnen und Kollegen in unseren dm-Märkten beispielsweise bei der Warenverräumung zu unterstützen", erklärt Melcher. Das schaffe mehr Kapazitäten für Betreuung von Kunden und Kundinnen oder andere Dienstleistungen in den Geschäften. (pcl)

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