Gastronomie

Gewerkschaft fordert mindestens 1200 Euro Kurzarbeitergeld

| Lesedauer: 2 Minuten
Tische in Restaurants bleiben leer: Die Gastronomie wird von dem Lockdown hart getroffen. (Symbolbild)

Tische in Restaurants bleiben leer: Die Gastronomie wird von dem Lockdown hart getroffen. (Symbolbild)

Foto: Christian Charisius / dpa

NGG sieht viele Beschäftigte in der Gastronomie in existenzieller Not. Handwerkskammerpräsident schreibt offenen Brief an Tschentscher.

Hamburg. Kurz vor den erneuten Beratungen der Bundesländer und der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über Lockerungen vom Corona-Lockdown haben norddeutsche Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften Forderungen an die Politik gestellt. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) sieht Hamburgs Gastgewerbe in einer dramatischen Lage.

Die Kurzarbeit habe aktuell die Ausmaße des Lockdowns vom Frühjahr 2020 angenommen. Damals seien in der Hansestadt 24.500 Köche, Kellner und Hotelfachleute in Kurzarbeit geschickt worden – alles Berufe in denen ohnehin wenig verdient werde. Nun wachse die Notlage der Beschäftigten. Deshalb fordert die NGG vom Staat ein Mindest-Kurzarbeitergeld von 1200 Euro im Monat.

Lockdown dauert für die Gastronomie und Hotellerie schon seit Anfang November

„Im Unterschied zu anderen Branchen dauert der derzeitige Lockdown für die Gastronomie und Hotellerie immerhin schon seit Anfang November. Die Beschäftigten wissen nicht mehr, wie sie noch ihre Miete bezahlen sollen. Ihre letzten Reserven sind längst aufgebraucht.

Und es könnten noch Monate vergehen, bis Hotels und Gaststätten wieder öffnen“, sagt Silke Kettner, Geschäftsführerin der NGG-Region Hamburg-Elmshorn. „Wegen ohnehin niedriger Löhne und fehlender Trinkgelder spitzt sich die Lage der Beschäftigten dramatisch zu. Ohne schnelle und unbürokratische Hilfe drohen den Menschen existenzielle Probleme“, betonte NGG-Geschäftsführerin Kettner.

Die wichtigsten Corona-Themen im Überblick

Auch die Hamburger Handwerkskammer wendet sich an die Politik. In einem offenen Brief an Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) fordert Kammerpräsident Hjalmar Stemmann einen Strategiewechsel.

3000 Friseur- und Kosmetikbetriebe in Hamburg seien in Gefahr

Das bisherige Kriterium für Geschäftsschließungen, nämlich der Inzidenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in der Woche, sei kurzfristig hilfreich gewesen, müsse aber nun durch einen Stufenplan für eine schrittweise Wiederöffnung der Unternehmen ersetzt werden. Rund 3000 Friseur- und Kosmetikbetriebe in Hamburg seien in Gefahr, so Stemmann. Sie müssten bei einer Lockerung gemeinsam wieder öffnen dürfen.

Lesen Sie auch:

Auch der Industrieverband Hamburg sowie der Verbund der Handelskammern im Norden (IHK Nord) forderten am Dienstag eine Langzeitstrategie zur Wiederöffnung.

( mk )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Wirtschaft